Bewohner der Mitterfeldstraße warten seit Jahren auf einen Treffpunkt

Der Stadt ist Nachbarschaft nichts wert

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Hier soll der Pavillon hin, wünscht sich Monika Metzeler.

Pasing – Eigentlich hat sich die Gewofag vertraglich verpflichtet, für das Quartier an der Mitterfeldstraße einen Nachbarschaftstreff zu bauen – Doch nun droht das Projekt am Geld zu scheitern

Seit fünf Jahren warten die Bewohner an der Mitterfeldstraße in Pasing auf einen Pavillon für einen Nachbarschafts­treff. Während sie zunächst immer wieder vertröstet wurden, scheint der Bau für die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag, die Eigentümerin des Quartiers, vom Tisch zu sein. Er ist zu teuer. Bei den Leuten vor Ort stößt dies auf Unverständnis. „Wir benötigen dringend einen gemeinsamen Raum“, sagt Monika Metzeler von Stiftung Katholisches Familien- und Altenpflegewerk.

Die Stiftung setzt an der Mitterfeldstraße für die Gewofag das Projekt „Wohnen im Viertel“ um. Es soll älteren oder pflegebedürftigen Menschen ermöglichen, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben und nicht ins Pflegeheim umziehen zu müssen. Deshalb gibt es dort einen sozialen Dienst, einen Pflegedienst und eine Tagespflege.

Eigentlich hat sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag vertraglich verpflichtet, für das Quartier an der Mitterfeldstraße einen Pavillon als Nachbarschaftstreff zu bauen. Bisher herrscht dort jedoch gähnende Leere.

„Wir haben schon eine ganze Menge, aber was fehlt, ist ein Treffpunkt. Es ist ein ganz wichtiger Bestandteil. Ohne ihn kann ‚Wohnen im Viertel’ nicht funktionieren“, sagt Metzeler. Er sei ihnen auch vertraglich zugesichert worden. Metzeler wünscht sich einen kleinen Raum für die Sozialberatung und einen größeren für einen Mittagstisch. Aber auch eine Hausaufgabenbetreuung oder Spielenachmittage könnten dort stattfinden.

Derzeit gibt es ein Interims-Café in den Räumen der Stiftung. Aber: „Wir können dort nur einmal wöchentlich zu einer bestimmten Zeit hinein“, sagt sie. Sie wünscht sich aber einen Raum, in dem sich die Bewohner jederzeit treffen können und mehr Angebote stattfinden können. „Die Gewofag steht in der Verantwortung. Wir rechnen damit, das es den Pavillon im nächsten halben Jahr geben wird“, sagt Metzeler.

Auf Hallo-Anfrage teilte Gewofag-Sprecherin Nicole Bienert allerdings mit, dass der Pavillon eine von zwei Optionen sei. „Vorteil dieser Variante ist die Möglichkeit, neue Flächen zu beziehen, die sich individueller an die Bedürfnisse des Trägers anpassen. Jedoch stellt sich diese Option derzeit als nicht wirtschaftlich dar“, so Bienert. Die bessere Alternative ist es in den Augen der Gewofag, vorhandene Flächen zu nutzen. Dadurch könne man „den Stützpunkt kurzfristiger und auch wirtschaftlicher umsetzen“. Derzeit laufe eine sorgfältige Prüfung beider Möglichkeiten. Das Sozialreferat sieht überhaupt keinen Bedarf für zusätzliche Räume an der Mitterfeldstraße. Es verweist auf den zwei Kilometer entfernten Nachbarschaftstreff Blumenau.

Andreas Schwarzbauer

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