Heiße Pläne

So spektakulär wird Aubings neuer Kulturtempel

Aubing - Jahrelang stand das ehemalige Heizkraftwerk in der Nähe der S-Bahnhaltestelle Langwied leer. Nun wollen die Eigentümer eine große Kulturstätte schaffen. Was die Architekten planen

Aubing bekommt einen Kulturtempel. Die Unternehmer Christian und Michael Amberger wollen das ehemalige Heizkraftwerk an der Rupert-Bodner-Straße in der Nähe des S-Bahnhofs Langwied umbauen und ein kulturelles Angebot mit Strahlkraft über die Region hinaus schaffen, wie Michael Amberger sagt.„Kunstkraftwerk“ haben sie ihr Projekt getauft. 

Die Umsetzung übernehmen die Stenger²-Architekten aus dem Westend. Sie haben bereits Erfahrung mit der Umgestaltung des Heizkraftwerkes in Obersendling. Markus Stenger (kleines Foto) sagt: „Große, schwierige Aufgaben, für die es keine Standardkonzepte gibt, sind unser Spezialgebiet. Wir müssen auf unser Können vertrauen, aber wissen am Anfang noch nicht, wie wir zum Erfolg kommen.“ 

Das historische Erbe soll integriert werden

Im Heizkraftwerk soll ein schwarzer Block mit Technik, Küche und Bar an die alten Heizkessel erinnern.

Beim Heizkraftwerk Aubing wollen sie behutsam mit dem historischen Erbe umgehen und greifen kaum in den Bestand ein. Stenger sagt: „Wenn man das Gebäude betritt, hat man dasselbe Gefühl wie im Pantheon in Rom. Man muss den Kopf in den Nacken legen, um die Decke in 25 Meter Höhe sehen zu können.“ Diese Wirkung wolle er unbedingt erhalten. Deshalb bleibt der monumentale Raum weitgehend so bestehen. Die Pläne sehen nur eine Treppe in der Mitte der Halle vor, die auf eine Rundum-Galerie führt (hier geht's zur Bildergalerie). Außerdem wird im Erdgeschoss ein Restaurant entstehen. 

Ein Block aus schwarzem Blech beherbergt Technik, Küche, Bar und Toiletten. Er soll in Form und Ausmaßen an die alten Heizkessel erinnern. Aufgrund der vielen Schadstoffe, die sie enthalten, wollten die Planer die drei Öfen nicht erhalten. Ihre Außenverkleidung aber soll anderswo im Gebäude zum Einsatz kommen. Stenger kann sich beispielsweise vorstellen, die Kesselfundamente im Keller, der zu einem Ausstellungsraum für Kreative werden soll, damit zu verkleiden. In den ehemaligen Kohlesilos im Obergeschoss haben die Architekten zwei kleine Ausstellungsräume vorgesehen. 

Damit sich der Bau rechnet, soll noch ein Neubau entstehen

Zwischen dem Alt- und dem Neubau ist ein Auditorium geplant.

Auch die Außenfassade aus roten Ziegeln haben die Planer nicht angetastet. „Sie hat einen hohen Wert“, sagt Stenger. Doch damit sich der Standort rechnet, wird ein etwa halb so hoher, untergeordneter Neubau entstehen. Darin wollen die Architekten ein als Konzertsaal nutzbares Auditorium mit 200 Sitzplätzen, einen Veranstaltungsraum für 500 Leute, Büros für Kreativ­agenturen und ein Fotostudio unterbringen. Über einen Glasbau ist er mit der Industrieruine verbunden. 

Auf der Grünfläche neben dem Heizkraftwerk sind ein Biergarten, 200 Parkplätze und ein Skulpturengarten vorgesehen. Außerdem wird es ein Biotop für seltene Tiere und Pflanzen geben. Für vier seltene Mopsfledermäuse, die sich im Heizkraftwerk angesiedelt hatten, haben die Bauherren bereits neue Einflugmöglichkeiten und ein Winterquartier im Keller der Ruine geschaffen. Sobald die Lokalbaukommission dem Bauantrag, der ihr bereits vorliegt, zugestimmt hat, könne es losgehen, versichert Michael Amberger. Der Umbau werde zwei bis zweieinhalb Jahre dauern. 

Hier geht's zur Bildergalerie.

Andreas Schwarzbauer

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