Erste Härteprobe für „Aubinger Hell“

Er sorgt für mehr Vielfalt in der Münchner Bierlandschaft

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In seiner kleinen Brauerei kann Philip Reber in acht Stunden 500 Liter Bier brauen.

Aubing – So schmeckt München: Philip Reber gründete das Aubinger Bräu und verkauft seit dieser Woche an der Ubostraße.  Wie die Idee entstand, dass Aubing ein eigenes Bier braucht, lesen Sie hier

In einem ehemaligen Stadel klebt ein Helfer per Hand die Etiketten auf die Flaschen. Philip Reber (32) steht an der Abfüllmaschine und füllt das Bier ein – aber nicht irgendein Bier, sondern das Aubinger Hell.

Denn Aubing hat seit Kurzem eine eigene Brauerei. Eröffnet hat sie Reber, Braumeister und Aubinger. Vor rund 13 Jahren kam ihm erstmals die Idee dafür. Ein Bekannter fragte ihn, ob er nicht für das Aubinger Osterfeuer ein eigenes Bier brauen könnte. „Da habe ich zwei Fässer in der Waschküche gezaubert“, erinnert er sich. Sein Bier kam gut an und er entschied sich eine eigene Firma zu gründen.

Er fand ein altes Stadel, in dem er seine Brauerei einrichten konnte. Zuvor standen allerdings einige Investitionen an: Er musste die Scheune herrichten und die Maschinen anschaffen. „Wenn du das hobbymäßig aufziehst, ist es das Geld nicht wert“, dachte sich Reber und entschied sich voll auf die eigene Brauerei zu setzen. „Ich habe es gleich so geplant, dass ich auch davon leben kann, wenn es richtig läuft.“

Derzeit arbeitet er vormittags noch in der Internationalen Jugendbibliothek und widmet sich nur nachmittags dem Brauen. Aber: „In ein bis zwei Jahren will ich es hauptberuflich machen.“ Der erste Verkaufsnachmittag verlief vielversprechend. „Ich wurde richtig ausgeräubert“, sagt Reber.

Gelernt hat Reber sein Handwerk bei Giesinger Bräu. Später wechselte er zu Paulaner. Dort hielt es ihn aber nur zwei Jahre. „Wenn du als Braumeister gelernt hast, alles von Hand zu machen, ist die Arbeit bei Großbrauereien nicht so die Herausforderung.“ Dort laufe alles maschinell und der Braumeister habe nur noch eine Überwachungsfunktion.

Rebers Ziel ist es, für mehr Vielfalt zu sorgen: „Die Bierlandschaft in München ist in den vergangenen 50 Jahren sehr ausgedünnt worden.“ Der Aubinger braut nach bayerischen Reinheitsgebot und bietet die Standardsorten an: Helles, Dunkles und Weißbier. Zusätzlich plant er Saisonsorten wie Märzen oder Bockbier.

Andreas Schwarzbauer

Reber verkauft sein Bier jeden Freitag von 15 bis 18 Uhr in seiner Brauerei an der Ubostraße 22. Außerdem gibt es einige seiner Sorten im Aubinger Herzl, Altostraße 36.

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