Autopark statt Grünstreifen

Schandfleck Bodenseestraße

Von einem fünf Meter breiten Grünstreifen fehlt jede Spur, ärgert sich Reinhard Bernsdorf.
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Von einem fünf Meter breiten Grünstreifen fehlt jede Spur, ärgert sich Reinhard Bernsdorf.

Aubing - Von wegen Grünstreifen: Viele Autohändler halten sich nicht an die Vorschriften. Jetzt ziehen die Lokalpolitiker die Notbremse

Autohändler reiht sich an Autohändler an der Bodenseestraße in Neuaubing. Die Wagen parken möglichst nah an der Straße, damit Passanten den besten Blick auf das Angebot haben. Eigentlich sollte zwischen den Autos und dem öffentlichen Straßenraum ein fünf Meter breiter Grünstreifen sein. Besonders pikant: Einige der Grundstücke gehören der Stadt. 

Wo es früher saftig grün entlang der Straße wuchs, reiht sich heute Stoßstange an Stoßstange.

Dem Bezirks­ausschuss reicht es jetzt. Er will den Schandfleck Bodenseestraße beseitigen. Reinhard Bernsdorf (SPD) fordert in einem Antrag, dass die Stadtverwaltung ihre Vorgaben konsequenter durchsetzen soll: „Die Bodenseestraße ist eine Haupteinfallstraße und sollte gefällig aussehen.“ Er pocht darauf, dass jedes Gewerbegrundstück von einem Grünstreifen begrenzt wird. Dort könnten die Eigentümer Bäume und Sträucher anpflanzen. „Dann schaut es nicht mehr so hässlich aus, wenn die Autos dahinter parken.“ 

Von der Münchner Gesellschaft für Stadtentwicklung (MGS) könnten sie Fördergelder dafür erhalten (Hallo berichtete). Schon vor Jahren habe die Stadt versprochen, die Autohändler zurückzudrängen. Doch passiert sei nicht viel, moniert Bernsdorf. „Es nervt, dass nichts vorwärts geht“, sagt er. Unterstützung erhält er im Bezirksausschuss. Johann Sauerer (CSU) sagt: „Es ist ein Problem und ein unhaltbarer Zustand.“ Der Lokalbaukommission (LBK) ist das Problem bekannt. „Aus diesem Grund hat die LBK in der Vergangenheit bereits mehrere Fälle aufgegriffen und ist gegebenenfalls gegen Verstöße eingeschritten“, teilte Sprecher Thorsten Vogel mit. In einigen Fällen habe man die Nutzung untersagt. 

Die Situation ist lächerlich

Die Mitglieder im Bezirksausschuss haben bisher kaum eine Verbesserung feststellen können. Sebastian Kriesel (CSU) ärgert vor allem, dass die Stadt nicht einmal auf eigenen Flächen die Regeln durchsetze. „Das ist lächerlich“, moniert er. Bernsdorf fordert nun, dass die Stadt die Pachtverträge kündigen soll, wenn die Händler auf ihren Grundstücken nicht dauerhaft nach hinten rückten. Das sei allerdings nicht so einfach, meint Bernd Plank vom zuständigen Kommunalreferat. „Wir können nicht einfach kündigen. Dafür haben wir keine rechtliche Handhabe.“ 

Allerdings lägen ihm trotz regelmäßiger Kontrollen keine Informationen vor, dass die Autohändler auf den städtischen Grundstücken ihre Mindestabstände zur Straße nicht einhielten. Das Kommunalreferat will das nun aber stärker überprüfen. Bernsdorf hat eine andere Idee: Er will auf den Flächen Wohnbebauung zuzulassen. So könnte man Anreize schaffen, die Autohändler zugunsten von Wohnungen zu verdrängen, meint der SPD-Politiker. A. Schwarzbauer

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