Bezirksausschuss fordert seit Jahren ein neues Konzept

Von S-Bahn-Trassen und Autobahnen: Das macht Aubing zur Radlfalle

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Die Gotthardt-Trasse würde Karin Binsteiner gerne für Radler ausbauen.

Aubing – Sich in Aubing problemlos mit dem Fahrrad zu bewegen gestaltet sich schwer – Denn immer wieder blockieren Hindernisse die Routen – Doch das könnte sich künftig ändern

Radeln in Aubing ist oft eine Herausforderung. Immer wieder tauchen Hindernisse auf: eine steile Treppe, ein Radweg, der plötzlich endet, oder eine stark befahrene Straße ohne Übergang.

Die Aubingerin Angelika Barsekow ist über die Verkehrslage im Ort verärgert.

Die Aubingerin Angelika Barsekow ärgert das. Sie ist eigentlich gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Aber: „Mir ist es oft zu gefährlich. Gerade mit Kindern ist es Stress pur.“ Deshalb nimmt sie stattdessen meistens das Auto. Sie fordert, parallel zu den großen Verkehrsrouten Fahrradstraßen zu schaffen. Sie könnten die zahlreichen Grünanlagen des Stadtbezirks miteinander verbinden. „Wir müssen ein bisschen Geld in die Hand nehmen, um weniger Autoverkehr auf den Straßen zu bekommen“, meint sie.

Beim Aubinger Bezirksausschuss rennt sie damit offene Türen ein. 2000 habe man bereits einen Verkehrsentwicklungsplan Radverkehr verabschiedet, sagt BA-Urgestein Karin Binsteiner (Grüne). Bisher sei nicht viel passiert. „Es gibt keine Radverkehrsachsen. Die Wege sind immer wieder unterbrochen und nie durchgängig“, kritisiert sie. Insbesondere die Querung der S-Bahn-Trassen und Autobahnen sei schwierig. „Sie kommen fast nirgends vernünftig durch.“ Binsteiner hat einige Vorschläge, wie die Verbindungen für Radler verbessert werden könnten. In ihren Augen müssten drei Nord-Süd-Verbindungen geschaffen werden:

  1. Zunächst müsste die Stadt die sogenannte Gotthardt-Trasse ausbauen. Die Grünachse geht von der Metro in Neuaubing über die S-Bahnstation Leienfelsstraße und die Berg­sonstraße zur Straße „Am Langwieder Bach“. Allerdings besteht sie derzeit nur aus Trampelpfaden und keinem ausgebauten Radweg.
  2. Eine weitere Route könnte über den Landschaftspark Freiham führen. Allerdings sei kein Übergang über die Bahntrasse geplant, kritisiert Binsteiner. Somit sei das auch eine Sackgasse.
  3. Immerhin am Germeringer Weg entsteht eine Unterführung für Radler und Fußgänger.

In Richtung Pasing fordert Binsteiner einen durchgängigen Radweg entlang von Wiesentfelser Straße und Altenburgstraße. Dafür müssten allerdings einige Parkplätze weichen.

Das Planungsreferat verweist darauf, dass derzeit ein Verkehrskonzept für den Münchner Westen erarbeitet werde. Das umfasse auch den Radverkehr.

Andreas Schwarzbauer

U5-Verlängerung, Autobahnausbau, Pförtnerampel

Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, hat der Aubinger Bezirksausschuss (BA) eine Reihe von Anträgen an die Stadt gestellt. Besonders wichtig ist den Viertelpolitikern, dass die U5 zügig nach Freiham verlängert wird. Sie begrüßten, dass das Projekt gemeinsam mit der U9 auf der Prioritätenliste ganz oben steht. Allerdings sei die Zeitschiene verbesserungswürdig. „2035 bis 2040 dauert mir zu lange“, sagte Johann Sauerer (CSU). Die U-Bahn müsse spätestens 2030 in Betrieb gehen, forderte das Gremium. Außerdem müssten die A96 und A99 ausgebaut werden. Dass der Allacher und der Aubinger Tunnel erweitert werden, sei bekannt. „Wie und wann jedoch nicht“, moniert Reinhard Bernsdorf (SPD). Die Stadt müsse zudem konkrete Maßnahmen ergreifen, um zusätzlichen Durchgangsverkehr aus den benachbarten Landkreisen und von der Autobahn zu verhindern. Der BA fordert eine Pförtnerampel an der Autobahnausfahrt Freiham-Nord, die bei einer Sperrung der A99 auf Rot schaltet.

Andreas Schwarzbauer

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