Mehr Sicherheit durch Tempo 30

Runter vom Gas auf der gesamten Maria-Eich-Straße

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Radler müssen hier auf die Straße und hinter der Kurve befindet sich ein Zebrastreifen. Dennoch dürfen Autofahrer hier mit Tempo 50 fahren.

Pasing - Seit 1988 kämpft die Bürgerinitiative  „Tempo 30 in der Maria-Eich-Straße“ bereits für ihr Anliegen: Jetzt will sie sich mit gesammelten Unterschriften endlich durchsetzen

Pasing - 300 Unterschriften hat die Bürgerinitiative „Tempo 30 in der Maria-Eich-Straße“ innerhalb von eineinhalb Wochen gesammelt. Die Initiatoren um Monika Ermert, Reiner Lang und Günther Morbitzer kämpfen dafür, dass auf der kleinen Straße durchgehend ein Geschwindigkeitslimit gilt. Am Beginn und Ende gibt es bereits eine Geschwindigkeitsbegrenzung, aber auf einem Stück von etwa einem halben Kilometer dürfen die Autofahrer 50 Stundenkilometer fahren. 

Tempo 50 auf der Maria-Eich-Straße trotz Zebrastreifen, Ladenzeile und Radlern 

Doch gerade auf diesem Abschnitt sei die Unterbrechung von Tempo 30 eine „erhebliche Gefahrenquelle und Ursache für Unfälle“. Denn dort befindet sich hinter einer Kurve eine kleine Ladenzeile mit Bäcker, Friseur und Feinkostladen, vor der zahlreiche Autos rückwärts ausparkten. Ein Radweg ende zudem kurz davor, so dass Radler auf die Straße wechseln müssten „Es ist sehr unübersichtlich“, fasst Lang zusammen. 

„In der Umgebung wohnen außerdem viele junge Familien mit Kindern. Aber auch viele ältere Leute gehen dort regelmäßig einkaufen, so dass ständig Leute über die Straße laufen“, ergänzt Morbitzer. Einige Meter weiter sei eine Gehörlosenschule. „Die Schüler müssen von der Bushaltestelle die Maria-Eich-Straße überqueren“, sagt Morbitzer. Durch das ständige Beschleunigen und Abbremsen sei zudem die Lärmbelästigung für die Anwohner ziemlich hoch. „Du kannst dich manchmal im Garten gar nicht unterhalten“, sagt er. 

Kampf seit 30 Jahren 

Bereits seit 30 Jahren kämpfen die Anwohner für Tempo 30 auf der gesamten Straße. Lang zeigt einen Antrag, der bereits im Oktober 1988 auf der Bürgerversammlung gestellt worden war.

Doch das Kreisverwaltungsreferat lehnte die Geschwindigkeitsbegrenzung immer wieder ab: Die Maria-Eich-Straße sei eine Hauptverkehrsroute. Die Höchstgeschwindigkeit könne dort nur unter besonderen Umständen reduziert werden. Aber zwischen Pes­lmüllerstraße und Joseph-Haas-Weg sei das Unfallaufkommen unauffällig und Geschwindigkeitsüberschreitungen lägen laut Polizei bei weniger als fünf Prozent. Somit gebe es keine Anhaltspunkte, um aus Sicherheitsgründen Tempo 30 einzuführen, so das Kreisverwaltungsreferat. 

Bürgerinitiative will notfalls vor Gericht ziehen

Die Bürgerinitiative will sich damit nicht abfinden und die Unterschriften der Stadtverwaltung übergeben. „Wir fordern nur, was ein vernünftiger Autofahrer sowieso schon macht, denn wenn man schneller als 30 Stundenkilometer fährt, wird es gefährlich“, sagt Ermert. Die Pasinger Bürgerversammlung sah das auch so und nahm den Antrag auf durchgehend Tempo 30 auf der Maria-Eich-Straße mit nur drei Gegenstimmen an. Sollte nun nichts passieren, will die Bürgerinitiative vor Gericht ziehen. „Wir warten nicht noch einmal 25 Jahre“, droht Ermert. Hoffnung machen den Mitgliedern der Bürgerinitiative dabei die Fälle Allacher Straße, Alte Allee und Meyerbeerstraße. Dort setzten Anwohner per Klage eine Geschwindigkeitsbegrenzung durch. 

Andreas Schwarzbauer

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