Für das neue Viertel ist nichts geplant

OB Reiter beerdigt Freihamer Friedhof

+
Eine Kirche gibt es bereits am Gutshof. Ein Friedhof ist allerdings für den neuen Stadtteil Freiham nicht geplant. Das will Klaus Bichlmayer nicht hinnehmen.

Freiham - Kein neuer Friedhof in Freiham: Das hat der Bürgermeister abgelehnt. Doch der ökumenische Rat will weiterkämpfen

Der Ökumenische Rat Aubing-Neuaubing- Westkreuz-Lochhausen will weiterhin für einen eigenen Friedhof im neuen Stadtteil Freiham kämpfen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (kleines Foto) hatte dies abgelehnt. Die Stadt habe den höheren Bedarf an Gräbern bereits berücksichtigt und werde deshalb den Aubinger Friedhof erweitern. Im Zuge der Vergrößerung soll zudem ein zusätzlicher Eingang entstehen. Aufgrund der durchschnittlichen Lebenserwartung geht Reiter sowieso davon aus, dass nur wenige Freihamer sofort einen Bestattungsplatz benötigen. Deshalb will er auch an der Regelung festhalten, dass Verstorbene erst im Stadtbezirk begraben werden dürfen, wenn sie dort mindestens 20 Jahre durchgehend gewohnt haben. „Hierbei soll sichergestellt werden, dass der Friedhof tatsächlich den unmittelbaren Anwohnern zugute kommt“, schreibt Reiter an den Ökumenischen Rat. Klaus Bichlmayer, Vorsitzender des Ökumenischen Rats, kann das nicht nachvollziehen: Der Hinweis auf den Aubinger Friedhof überzeuge ihn nicht, wenn im nächsten Abschnitt auf die Residenzpflicht von 20 Jahren Bezug genommen werde. „Auf dieser rechtlichen Grundlage wird es für Freihamer Neubürger frühestens ab 2040, eher ab 2050, möglich sein, ein Grab auf dem Aubinger Friedhof zu erwerben“, kritisiert Bichlmayer. Dass der Oberbürgermeister bei früheren Todesfällen auf andere Friedhöfe in der Nähe verweist, die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar seien, hält Bichlmayer für zynisch. Der Ökumenische Rat will stattdessen weiterhin einen eigenen Stadteilfriedhof für Freiham, ohne Residenzpflicht. Dass es für den Gebührenzahler nicht darstellbar ist, dass jedes Viertel einen eigenen Friedhof unterhält, wie Reiter schreibt, kann Bichlmayer verstehen. Aber: „Es geht bei Freiham um die Größenordnung einer Kleinstadt, für die es selbst bei kritischer wirtschaftlicher Abwägung angemessen erscheint, eine Aussegnungshalle und die nötige Ausstattung für den Bestattungsbetrieb vorzusehen“, so der Vorsitzende des Ökumenischen Rates. Außerdem sieht er bei einem neuen Friedhof die Chance, muslimische oder alternative Bestattungsformen, wie Baumgräber, besser zu berücksichtigen. „Ein klassischer Friedhof wie in Aubing kann darauf gegenwärtig noch keine Antwort geben.“ Der Freihamer Friedhof könne beispielsweise im geplanten Landschaftspark liegen. „In der nordwestlichen Ecke wäre er gut untergebracht“, meint Bichlmayer. Er hofft, dass der Rat „die Köpfe noch in die richtige Richtung bewegen kann“. A. Schwarzbauer

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Weinverkostung der Extraklasse am 28. April im EATALY München
Weinverkostung der Extraklasse am 28. April im EATALY München
Hearing China: Chinesische Virtuosen zwischen Tradition und Moderne
Hearing China: Chinesische Virtuosen zwischen Tradition und Moderne

Kommentare