Vandalismus nimmt zu

Pasinger Schulen fordern mehr Schutz und zum Teil Videoüberwachung

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Unbekannte legten ein Feuer am Bertolt-Brecht-Gymnasium

Pasing: Die Brandstiftung am Bertolt-Brecht-Gymnasium war nur der traurige Höhepunkt: Pasings Schulleiter klagen verstärkt über Sachbeschädigung, Schmierereien und Verschmutzungen an Schulanlagen.

In Pasing geht die Angst um. Mit der Brandstiftung am Bertolt-Brecht-Gymnasium vor Weihnachten hat der Vandalismus an Pasinger Schulen einen traurigen Höhepunkt erreicht. Erst jetzt wird das ganze Ausmaß des Schadens sichtbar. Auch drei Wochen später sind weder die Täter ermittelt, noch funktionieren Telefone und Technik. Die Mensa und die Aula sind nicht nutzbar, die Außenfassade verschmort. Schulleiterin Ingrid Warmbein ist noch immer entsetzt: „Wir hatten auch im Vorfeld Probleme mit Vandalismus und Verschmutzungen. Aber mit so was hatte ich niemals gerechnet.“

Das Beispiel zeigt ein Ausmaß an Zerstörungswut, wie es die Schuldirektoren bisher nicht kannten. Einige Pasinger Schulleiter fordern nun mehr Schutz für ihre Lehrstätten und Schüler.

Am Elsa-Brändström-Gymnasium gab es zerschlagene Fensterscheiben.

Direktorin Sigrid Fischer-Jokl vom Elsa-Brändström-Gymnasium ist eine klare Befürworterin von Videoüberwachung an den Schulen: „Wir hatten nach den Sommerferien zerschlagene Fensterscheiben, sammeln täglich Müll auf dem Sportplatz ein. Wir verzichten auf neue Sitzbänke für unsere Schüler – sie würden nur der Zerstörungswut mancher Gruppen zum Opfer fallen.“ 

Rudolf Weiß, Direktor der Mittelschule an der Peslmüllerstraße, fühlt sich von Stadtschulrätin Brigitte Zurek im Stich gelassen: „Am 29. November hatten wir eine Begehung des Geländes mit Vertretern der Stadt, forderten eine Umzäunung des gesamten Schulgeländes.“ Die dringende Bitte wurde abgeschmettert: Ein Zaun passe nicht ins offene Schulkonzept, hieß es vonseiten der Stadt.

Am Karlsgymnasium kommt es immer wieder zu Schmierereien.

Auch am Karlsgymnasium häufen sich Schmierereien und die Kosten für die Entfernung steigen. „Etwa alle zwei Monate muss hier übermalt werden“, bedauert Oberstudiendirektor Thomas Franz. „Der Sachschaden ist hoch. Nur zweimal konnten die Täter ausfindig gemacht werden.“ Videoüberwachung auf dem Schulgelände? Franz hat die Lage geprüft. Der immense Aufwand für die Technik samt Aufzeichnung spricht dagegen: „Für diese Summe, heißt es, kann man mehrfach Schäden überstreichen.“

Warmbein hält an ihrem Bertolt-Brecht-Gymnasium eine Videoüberwachung für einen zu massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte ihrer Schülerinnen. „Aber natürlich muss man sich Gedanken um Prävention machen, doch meine Priorität ist gerade die Schadensbeseitigung.“
Marie-Julie Hlawica

Kameras an Schulen

Videoüberwachung an Schulen sei wegen des Eingriffs in das Persönlichkeitsrecht der Schüler die Ausnahme, so Ulrich Lobinger, Pressesprecher des Bildungsreferats. Der Münchner Datenschutzbeauftragte muss alle Projekte befürworten. Die Stadt als Kostenträger trifft allerdings die letzte Entscheidung, ob eine Videoüberwachung zielführend und gewünscht ist. Auch die Zustimmung der Eltern wird eingefordert. Derzeit gibt es an sieben Münchner Schulen Videoüberwachung.

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