Tag der offenen Klöster 

Nonnensuche übers Internet

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Schwester Sieglinde Schneider ist seit zwei Jahren Oberin im Pasinger Kloster Congregatio Jesu.

Pasing - Nonnen als Rechtsanwältinnen, Ordenssuche im Internet – auch das Leben im Kloster ist moderner geworden. Hallo hat hinter die Klostermauern geschaut

Nonnen erkennt man heutzutage nicht unbedingt auf den ersten Blick. Sie tragen einen weißen Arztkittel oder die schwarze Robe einer Rechtsanwältin. „Sie haben einen ganz normalen Arbeitsalltag, wohnen aber im Kloster“, sagt Schwester Sieglinde (72), Oberin im Kloster Congregatio Jesu in Pasing. Dabei können die Schwestern selbst entscheiden, ob sie den Habit anziehen.

Das Kloster im Pasinger Kloster Congregatio.

Schwester Sieglinde selbst hat die Ordenstracht eigentlich immer getragen. Mehr als 50 Jahre arbeitete sie als Lehrerin für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde an einer Schule in Regensburg, bevor sie vor zwei Jahren als Oberin nach Pasing kam. Die meisten Mitschwestern seien damals Lehrerinnen oder Kindergärtnerinnen gewesen. Das habe sich inzwischen geändert. „Die Frauen treten immer später und oft mit anderen Ausbildungen ein“, sagt Schwester Sieglinde.

Für sie war dagegen früh klar, dass sie Nonne werden will. Auf der Klosterschule konnten sie die Schwestern für Maria Ward, die Gründerin der Congregatio Jesu, begeistern. „Mich hat ihr absoluter Einsatz für die Mädchenerziehung beeindruckt – auch gegen Widerstände der eigenen Kirche.“ Und so trat sie gleich nach dem Abitur dem Orden bei. Ihre Familie sei zunächst etwas konsterniert gewesen, erinnert sie sich. „Obwohl ich es immer gesagt habe, haben sie es nie geglaubt. Aber sie haben es schnell akzeptiert.“

Früher Kontakt über die Schulen, heute über das Internet

Während früher häufig der Kontakt zum Kloster über die Schulen zustande kam, fänden Interessierte meistens über das Internet zu ihnen, sagt Schwester Sieglinde. Deshalb hat der Orden auf seiner Internetseite alle Informationen bereitgestellt.

Allerdings entscheiden sich immer weniger Menschen für ein Leben als Nonne. „Der Bezug zur Kirche lässt nach. In Regensburg waren wir anfangs 54 und am Ende nur noch 15“, sagt Schwester Sieglinde. In Pasing lebt sie derzeit mit 27 Mitschwestern zusammen. Das Kloster ist ein Altenheim für Ordensschwestern. Zwar kümmern sich die Nonnen gegenseitig umeinander, aber zur Unterstützung gibt es auch externe Mitarbeiter. Wer das Klosterleben in Pasing kennenlernen will, kann am Tag der offenen Klöster am Samstag, 21. April, von 14 bis 18 Uhr in der Institutstraße 3 vorbeikommen. A. Schwarzbauer

Die Zahlen

Bundesweit leben noch 3804 Ordensmänner (2017: 4029) und 15 038 Ordensfrauen (2017: 15 923) in 1668 klösterlichen Niederlassungen.

In München gibt es 25 katholische Provinzialate (Leitungshäuser von Ordensprovinzen) und selbständige katholische sowie ein orthodoxes Kloster.

Das größte ist das Mutterhaus der armen Schulschwestern (Altstadt) mit 45 Schwestern. Das Franziskanerkloster (Lehel) beherbergt aktuell noch 18 Brüder. Im Augustinerkloster Maria Eich (Planegg) leben aktuell sieben Brüder, davon sind drei Priester. Zur Zeit gibt es dort auch zwei Novizen. Und in der Abtei Sankt Bonifaz an der Karl­straße (Maxvorstadt) wohnen noch neun Brüder. F. Schmock

Das Programm

Am Samstag, 21. April, findet in diesen Klöstern ein Tag der offenen Tür statt.

• Augustinerkloster Maria Eich, Zu Maria-Eich 1, Planegg: 10 bis 18 Uhr.

• Missionarinnen Christi, Linderhofstr. 10, Hadern: 14.30 bis 17 Uhr.

• Haus Betanien, Josef-Heppner-Str. 4, Pullach: 14 bis 17 Uhr.

• Schwestern vom guten Hirten, St. Gabriel, Wolfratshauser Str. 350, Solln: 14 bis 17 Uhr.

• Kleine Schwestern Jesu, Wintersteinstr. 56, Hasenbergl: 14 bis 19 Uhr.

• Abtei Venio, Döllingerstr. 32 Nymphenburg: 14.30 bis 18 Uhr.

• Missionsschwester vom Heiligsten Erlöser, Hörwarthstr. 1,

Schwabing: 15 bis 20 Uhr.

• Don Bosco Schwestern, Schellingstr. 72, Maxvorstadt: 14 bis 18 Uhr.

• Mallersdorfer Schwestern, Schleißheimer Str. 36,

Maxvorstadt: 10 bis 18 Uhr.

• Franziskanerkloster Sankt Anna, St-Anna-Str. 19, Lehel: 16 bis 20 Uhr.

• Mutterhaus der Armen Schulschwestern, Unterer Anger 2, Altstadt: 14 bis 17 Uhr.

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