Oper im Herbst macht den Auftakt

Neuer Kulturtempel im alten Aubinger Heizkraftwerk

Die Heizkraftwerk-Ruine ist seit 2007 ein Industriedenkmal. Das soll jetzt wieder belebt werden.
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Die Heizkraftwerk-Ruine ist seit 2007 ein Industriedenkmal. Das soll jetzt wieder belebt werden.
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Die Heizkraftwerk-Ruine ist seit 2007 ein Industriedenkmal. Das soll jetzt wieder belebt werden.
Josef Binsteiner
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Josef Binsteiner
Josef Binsteiner
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Josef Binsteiner

Aubing: Das alte Aubinger Heizkraftwerk gibt kein schönes Bild mehr ab. Karin Binsteiner vom BA wünscht sich, dass die alte Ruine wieder genutzt wird. Und ihr Wunsch geht nun in Erfüllung.

Eingeworfene Fenster, ein hässlicher Bauzaun und ein verwittertes Grundstück: Das alte Aubinger Heizwerk an der Rupert-Bodner-Straße ist wahrlich keine Zierde mehr fürs Viertel. „Es wird Zeit, dass etwas getan wird“, sagt Karin Binsteiner (Grüne, Foto) vom Aubinger Bezirksausschuss (BA). Ihr Wunsch wird erhört: Die Eigentümer wollen die Ruine zu einem Kunst- und Kulturtempel ausbauen. Bereits im Herbst wird dort eine Oper aufgeführt.

Binsteiner hat einen besonderen Bezug zum Heizwerk, das seit 2007 ein Industriedenkmal ist. Ihr Schwiegervater war einer der letzten Arbeiter dort (siehe Info). Darum sieht sie es auch mit einem weinenden Auge, dass das Fabrikgebäude zusehends verfällt. „Die Zerstörung nimmt immer mehr zu“, beklagt sie. Dabei existiere in dem Gebäude ein schöner hoher Raum, „den man zum Beispiel als Konzertsaal nutzen könnte“.

Seit 2005 befindet sich das Baudenkmal im Besitz der Brüder Christian und Michael Amberger, Geschäftsführer der in Gräfelfing ansässigen Firma Allguth. Ursprünglich wollte das Unternehmen dort seinen neuen Sitz einrichten. „Doch das hat sich zerschlagen“, sagt Christian Amberger. Und auch aus einer angedachten Nutzung als Konzertsaal für die Münchner Philharmoniker wurde nichts.

Nun haben die Gräfelfinger Geschäftsleute sich mit dem Komponisten Mathis Nitschke zusammengetan, der in dem Heizkraftwerk vom 18. bis 22. Oktober seine Oper „Maya“ aufführen wird. Dabei handelt es sich um eine „Mixed-Reality-Techno-Oper“ für eine Sängerin und digitale Stimmen, die die Weitläufigkeit im Kraftwerk für Installationen nutzt und bei der die Besucher mit ihrem Smartphone in digitale Welten eintauchen können.

Für die Gebrüder Amberger soll die Oper der Auftakt für weitere Veranstaltungen sein. Sie halten trotz des Scheiterns des Konzertsaals für die Philharmoniker an der Idee des Kunst- und Kulturtempels fest, denn: „Die Fabrik ist ein schönes Objekt, das Fantasien schüren kann“, sagt Christian Amberger.

Andreas Daschner

Weitere Infos zur Oper im alten Heizkraftwerk gibt’s im Internet unter www.mayaoper.de.

Der letzte Heizer

30 Jahre lang war das Aubinger Heizkraftwerk die Arbeitsstätte von Josef Binsteiner (Foto), dem Schwiegervater von Karin Binsteiner. Der heute 89-Jährige hat dort als Heizer gearbeitet. Er wurde 1955 eingestellt, nachdem die Bundesbahnwaschanlage in dem Gebäude nach dem Krieg wieder in Betrieb genommen worden war. „Ich hatte die Aufgabe, die Loks mit Kohle zu beheizen“, erinnert sich Josef Binsteiner. Erst danach wurde das 1936 begonnene Gebäude fertigegestellt und die Heizkessel eingebaut. Dann diente die Fabrik tatsächlich als Heizwerk. Im September 1987 war Schluss. Ein Jahr später ging der letzte Heizer des Aubinger Kraftwerks schließlich in Rente.

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