ÖPNV

MVV: Aubing wandert in den Außenraum

Aubing: MVV verlegt auf dem neuen Aushangfahrplan die Haltestelle – Warum Fahrgäste aufatmen können

Aubing ist in den Außenraum gewandert. Zumindest bekommt man diesen Eindruck, wenn man sich die neuen Pläne des MVV anguckt. „Ich dachte erst, dass ich spinne“, sagt Wilfried Jürgens. Als der Aubinger den neuen Fahrplan studierte, fiel ihm auf, dass die Haltestelle „Aubing“ nicht wie bisher im weißen Ring 4, sondern mitten im grünen fünften Ring und damit im Außenraum liegt. „Wenn das so wäre, müssten wir von Aubing nach Pasing vier Streifen stempeln. Das können wir uns nicht gefallen lassen“, sagt Jürgens. Denn bisher kostete die Fahrt nur zwei Streifen. 

Allerdings können die Aubinger aufatmen, denn ihr S-Bahnhalt liegt ebenso wie die Leienfelsstraße in einem sogenannten Übergangsbereich. „Stationen im Übergangsbereich gehören zu beiden angrenzenden Zonen oder Ringen“, erklärt die Bahn auf ihrer Internetseite.

Das sei allerdings mit bloßem Auge nicht zu erkennen, moniert Jürgens. „Wenn Sie die kundenfreundlichen Pläne ansehen, erkennen Sie den Übergangsbereich überhaupt nicht oder nur mit der Lupe.“

Auf den Netzplänen, die in jeder S-Bahn über den Türen hängen, symbolisieren drei sehr kleine weiße Balken die Zugehörigkeit Aubings zum Innenraum. Aus der Ferne sind diese nicht zu sehen. Außerdem fehlt jegliche Erklärung. Bisher lag Aubing genau auf der Grenze der beiden Zonen.

Auf dem alten Netzplan lag Aubing im weißen Bereich.

Auf den Tarifplänen, die die einzelnen Ringe anzeigen, kennzeichnet ein grauer Kreis um die Stationen Aubing und Leienfelsstraße die beiden Bahnhöfe als Übergangsbereich. Unten rechts findet sich eine Erklärung, was dies bedeutet.

Jürgens versteht nicht, warum für Aubing eine so „irreführende Änderung“ überhaupt eingeführt wurde. Er ist sicher: „Wenn man nicht so oft S-Bahn fährt, löst man anhand des Plans ein zu teures Ticket.“ Jürgens überlegt nun, ob er Unterschriften gegen die Änderung sammelt. Rund 40 Fahrgäste hätten ihm schon ihre Unterstützung zugesagt. MVV-Pressesprecherin Beate Brennauer teilte auf Hallo-Anfrage mit, dass die neuen Netzpläne die geografischen Begebenheiten besser darstellten. Sie räumt ein, dass die „neutrale Zone“ nicht gut erkennbar sei. Aber: „Die ausgehängten Pläne sind jetzt während des Jahres nicht austauschbar.“ Für den Kauf der Tickets sollten die Fahrgäste auf die Tarifpläne zurückgreifen. Diese seien gut lesbar.
A. Schwarzbauer

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