Kein Abpfiff durch den Richter

Agnes-Bernauer-Straße: Prozess um Sportplatz-Nutzung geht in Verlängerung

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Die drei Vereine DJK Pasing, Sportfreunde 03 und FC Anadolu teilen sich die Anlage. Das sorgt für Streit.

Seit Jahren streiten die beiden Vereine DJK Pasing und Sportfreunde 03 über die Gebühren und Nutzungszeiten auf den Sportplätzen an der Agnes-Bernauer-Straße. Wie das Urteil aussieht...

Der Streit zwischen der DKJ Pasing und den Sportfreunden Pasing geht in die Verlängerung. Die beiden Vereine streiten seit Jahren um Nutzungsrechte und Trainingszeiten auf der Sportanlage an der Agnes-Bernauer-Straße. 

Die DJK wollte die Sportfreunde von der Anlage werfen, weil diese die Gebühren nicht in voller Höhe zahlen wollten. Nun entschied zwar das Landgericht München, dass die Sportfreunde weiterhin auf den Plätzen trainieren und spielen dürfen. Der stellvertretende DJK-Vorsitzende Frank Ludewig kündigte aber an, dagegen in Berufung gehen zu wollen.

Der Streit begann 2016, als die DJK die alleinige Verwaltung der Sportanlage übernahm. Nach schwierigen Gesprächen einigten sich die beiden Vereine auf einen Nutzungsvertrag, in dem Gebühren und Trainingszeiten geregelt waren. Doch bereits einige Monate später kündigten ihn die Sportfreunde. 

Sie seien in einer Zwangslage gewesen, weil sie für den Spielbetrieb eine Sportstätte nachweisen mussten. Das habe die DJK ausgenutzt und mit rund 8300 Euro jährlich zu hohe Gebühren durchgesetzt, kritisiert der Sportfreunde-Chef Karl-Edmund Dormann. Er hielt 2700 Euro – der Betrag, den die Stadt früher für die Nutzung der Anlage verlangte – für angemessen.

Sportfreunde: Gebühren für Plätze nicht nachvollziehbar

Sportfreunde-Vorsitzender Karl-Edmund Dormann hält die Nutzungsbedingungen für unfair.

DJK-Mann Ludewig widerspricht: „Der Beitrag ist weder Willkür noch Schikane, sondern eine Kalkulation.“ Man müsse die Pflege und Instandhaltung der Anlage finanzieren. Die Kosten dafür seien gestiegen. Deshalb hätte die DJK für jeden Verein einen Beitrag errechnet, der im Verhältnis zur Anzahl seiner Mannschaften stehe. Dormann kontert, dass er diese Berechnungen nie gesehen habe.

Die Sportfreunde hätten den Betrag wohl zähneknirschend gezahlt, wenn sonst alles gepasst hätte, so Dormann. Aber: „Zu Beginn der vergangenen Saison hat die DJK die Trainingszeiten umgestellt.“ Die Sportfreunde mussten plötzlich dienstags und donnerstags von 20.30 bis 22 Uhr statt von 19 bis 21 Uhr trainieren. 

„Dadurch haben wir kein Vereinsleben mehr. Wir können uns nach dem Training nicht mehr zusammensetzen.“ Zudem hätten seine Spieler nur einen halben Kunstrasenplatz oder einen desolaten Ascheplatz zur Verfügung gehabt.

DJK: Trainingszeiten zwischen allen Vereinen gerecht verteilt

Frank Ludewig,stellvertretender DJK-Vorsitzender.

Ludewig verweist darauf, dass Sportflächen in München Mangelware seien. Deshalb hätte die Stadt zuletzt die Öffnungszeiten der Fußballplätze bis 22 Uhr verlängert. „Wir müssen die Anlage effektiv nutzen und haben die Zeiten gerecht auf alle Vereine verteilt.“ Die Sportfreunde hätten mit Dienstag und Donnerstag sogar die besten Trainingstage bekommen.

Das Landgericht entschied nun, dass sie weiterhin an diesen Tagen trainieren können. Die DJK muss ihnen aber den Zeitraum zwischen 16 und 21 Uhr gewähren. Primär sollte der Kunstrasenplatz zur Verfügung stehen. Als seit 1963 lokal verwurzelter Verein dürften die Sportfreunde die Anlage gegen eine „angemessene“ Gebühr weiter nutzen. 

Wie hoch eine angemessene Gebühr ist, entschied das Gericht nicht. Es legt zwar für die kommende Saison die 2700 Euro fest. Aber: „Die Nutzungsentgelte der Stadt können niemals die Kosten für Bewirtschaftung, Unterhalt, Aufbau und Erneuerungen decken“, so der Richter. Deshalb müssten sich die beiden Vereine auf einen neuen Nutzungsvertrag einigen. 

Die DJK hält das Urteil für schwierig. „Es wirft mehr Fragen auf, als es Antworten liefert“, so Ludewig. „Wir gehen deshalb in Berufung.“

Andreas Schwarzbauer

BA lädt Beteiligte zum Runden Tisch

Der Pasinger Bezirksausschuss will die beiden Vereine, das Sportamt und den Bayerischen Fußballverband an einen Tisch bringen und eine Einigung erreichen. Die Vereinsvertreter versichern, gesprächsbereit zu sein.

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