Barrierefreiheit am Westkreuz

S-Bahnhof Westkreuz: Überführung, die zweite?

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Johann Slezak und die Interessenvereinigung Westkreuz wollen, dass hier eine Brücke über die Aubinger Straße kommt.

Kommt die Überführung am S-Bahnhof Westkreuz jetzt doch? Hallo hat beim Baureferat nachgefragt.

Westkreuz – Er gibt nicht auf: Bereits 2017 hatte Johann Slezak einen Antrag auf der Bürgerversammlung gestellt, eine Rad- und Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Westkreuz errichten zu lassen. Er wurde einstimmig beschlossen. Passiert ist nichts.

Update 6. Juni:

Zwei Jahre später stellte er sich wieder vor die Aubinger Bürger – mit demselben Anliegen. „Der direkte Weg über die Aubinger Straße vom Alten-Service-Zentrum in der Friedrichshafener Straße hinüber zum Einkaufszentrum in der Stockacher Straße ist lebensgefährlich,“ betont der Neuaubinger. Seine Erfahrung: Hier reiht sich Wagen an Wagen, nicht nur zur Hauptverkehrszeit rasen die Autos und nur selten hält jemand, um Fußgängern den Vorrang zu lassen. Der 82-Jährige wartet nun auf konkrete Taten: „Es ist Mitte 2019 – ich hätte gern, dass die Brücke kommt, solange ich noch gehen kann.“

Johann Slezak will die Rad- und Fußgängerbrücke am Westkreuz.

Auf Hallo-Nachfrage vermeldet das Baureferat: „In diesem Bereich ist in der Prioritätenliste keine Maßnahme enthalten.“

Besser bestellt sei es um die Brücke an der Pasinger Offenbachstraße, nördlich der Bahntrasse. Das 3,5-Millionen-Projekt soll im Westen den Geh- und Radweg entlang des ehemaligen Weyl-Geländes mit der gegenüberliegenden Nimmerfallstraße zum Neubaugebiet Paul-Gerhard-Allee verbinden. Der Baubeginn ist noch in diesem Jahr vorgesehen. Marie-Julie Hlawica

Erstmeldung 15. September 2017:

Seit Jahren fordern die Bürger am Westkreuz Verbesserungen, um den Bahnsteig barrierefrei erreichen zu können. Nun kündigt das Kreisverwaltungsreferat (KVR) überraschend eine Ampel über die Aubinger Straße an. Damit könnten die Bürger leichter zum Aufzug an der Ostseite gelangen.

Treppe oder Überquerung der stark befahrenen Aubinger Straße

Bislang mussten S-Bahn-Fahrgäste auf der Westseite entweder die Treppe zum Bahnsteig nehmen oder die viel befahrene Aubinger Straße überqueren, um zum Aufzug zu kommen. Insbesondere für Senioren ist dies „wegen der gefährlichen, ungesicherten Überquerung der Aubinger Straße“ eine Herausforderung, wie die Interessenvereinigung Westkreuz monierte.

Der Verein hatte deshalb einige Vorschläge gemacht: Den Bau einer Rolltreppe am Westkopf des Bahnhofs wollte die Bahn nicht: Die dortige Treppe sei erst vor einigen Jahren umgebaut worden. Zudem hält das Unternehmen diese Lösung für „nicht technisch machbar“. Zuletzt hatte die Interessenvereinigung auf der Bürgerversammlung eine Fußgängerbrücke über die Aubinger Straße gefordert. Sie sollte im Abstand von etwa drei Metern parallel zu den Bahngleisen verlaufen. Die Bürger nahmen den Antrag mit großer Mehrheit an.

Interessenvereinigung sieht trotz Ampel weiterhin Probleme

Das könnte sich nun erledigt haben, denn das KVR will nun eine Ampel aufstellen. Eigentlich hatte es diese Lösung schon abgelehnt. Als Antwort auf einen erneuten Antrag des Aubinger Bezirksausschusses teilte das KVR nun mit: „Bei verschiedenen Ortsbesichtigungen sind wir zu der Meinung gekommen, dass neben dem hohen Verkehrsaufkommen für das Gewerbegebiet Stockacher Straße auch das Verkehrsaufkommen von Fußgängern und Radfahrern sicher bewältigt werden muss.“ Dafür ist in den Augen des Kreisverwaltungsreferats eine Ampel an der Kreuzung von Aubinger und Stockacher Straße die beste Möglichkeit.

Das sieht Johann Slezak von der Interessenvereinigung Westkreuz völlig anders. Um zur Ampel zu gelangen, müssten Senioren, Behinderte oder Mütter mit Kinderwagen wieder Treppen überwinden. Denn vom „Forum am Westkreuz“, wo sich unter anderem zahlreiche Seniorenwohnungen befinden, führen 15 Stufen zur Straße hinunter. Slezak sagt: „Durch Brücke könnte man die Straße barrierefrei überqueren.“ Außerdem glaubt er, dass es durch die Ampel zu einem Verkehrschaos kommt. „Eine Brücke wäre die einzig vernünftige Lösung“, sagt Slezak. Andreas Schwarzbauer

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