Keine Durchfahrt ohne Hupkonzert

Buslinie 157: Ärger auch im Aubinger Westen – Halteverbot trifft vor allem Arztpraxis

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Beim Wenden am Germeringer Weg braucht der Bus 157 viel Platz.

War die Freude über den neuen 157er zu Anfang noch groß, häufen sich seit Wochen die Beschwerden über die neue Linie. Besonders die neuen Halteverbote machen den Anwohnern vor Ort zu schaffen.

Aubing – An Hupkonzerte und wütendes Klopfen an der Fensterscheibe sind Hausärztin Monika-Anna König und ihr Team inzwischen gewöhnt. Aber was vor zwei Wochen passierte, sprengte den Rahmen: „Da kam ein Busfahrer zu uns in die Praxis und hat meine Mitarbeiterin und eine Patientin angeschrien, so richtig aggressiv“, erinnert sich König. 

Der Grund für die – inzwischen beinahe täglichen – Konflikte mit den Fahrern:Seit Ende April die neue Buslinie 157 eingeführt wurde, gilt an der Kreuzung Ubostraße/Germeringer Weg, an der die Linie endet und wendet, ein Park- und Halteverbot. Und nicht immer halten sich Königs Patienten daran.

Halteverbote beeinträchtigen Praxis-Alltag

„Ich behandele viele Personen über 90, die von ihren Angehörigen zur Praxis gebracht werden. Die können nicht mehr weit laufen“, sagt König. Auch wenn sie Notfalldienst hat, kann die Ärztin nicht mehr einfach losfahren. „Da muss ich erst mal bis zu meinem Auto laufen, wo auch immer ich das geparkt habe.“ Denn mit der Buslinie kann in großen Teile der Ubostraße nicht mehr gehalten werden.

Der Platz, den der 157er einnimmt, geht den Anwohner Lutz Zanger und Hausärztin Monika-Anna König verloren.

Auch zahlreiche Anwohner sind betroffen. „Ich habe mir jetzt extra eine Tiefgarage im Aubinger Osten zulegen müssen“, sagt Lutz Zanger. Es sei klar, dass es Halteverbote brauche, damit die Busse durchkommen. „Aber die Art und Weise, wie die Verbote gekommen sind, ohne dass sich jemand Gedanken gemacht hat, ist ärgerlich.“

So sei verwunderlich, warum der Bus nicht über den Aubinger Bahnhof fahre, wo potenziell auch mehr Leute mitfahren würden. „Bei uns ist der Bus zu 95 Prozent leer“, so Zanger. Zudem könnte er sich vorstellen, dass das Halteverbot nur zu den Fahrzeiten der Buslinie gilt. „Das würde schon viel helfen.“ Auch im Aubinger Osten hatten Anwohner Anpassungen gefordert (Hallo berichtete).

Der Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR), Johannes Mayer, entgegnet: „Für die gesamte Strecke der Buslinie 157 kann festgestellt werden, dass ausreichend Parkraum vorhanden ist und in der Regel in kurzer und zumutbarer Distanz Stellplätze gefunden werden können.“ 

Ortstermin soll Lösungen offenbaren

Dennoch werde es einen gemeinsamen Ortstermin mit MV und BA geben. Dort soll geprüft werden, ob Nachjustierungen wie eine zeitliche Begrenzung nötig sind, verspricht MVG-Sprecher Matthias Korte gegenüber Hallo.

BA-Chef Sebastian Kriesel verweist darauf, dass der Stadtbezirk die neue Buslinie dringend benötigt. Zudem könnten die Patienten der Arztpraxis auf dem nahe gelegenen Parkplatz am Ubo 9 parken. Der BA will dort eine Parkzeitbegrenzung einführen, damit Dauerparker und S-Bahn-Pendler nicht mehr die Plätze blockieren.

Außerdem: Die Verbotsschilder an der Kreuzung sollen laut Baureferat in Kürze besser sichtbar sein. „Es wurde bereits veranlasst, dass die überhängenden Äste fachmännisch gekürzt werden“, so Sprecherin Dagmar Rümenapf. Diese waren bei dem Vorfall vor zwei Wochen das Problem: „Die Patientin hatte bei uns nur ein Rezept abgeholt und das Schild gar nicht gesehen“, so Ärztin König.

Romy Ebert-Adeikis

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