Nachbarschaftscafé oder Zweckentfremdung?

Wohnungen als Treffpunkt? Dieses Konzept sorgt für heftige Diskussionen

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Monika Metzeler empfängt die Bewohner in einem Klassenraum zum Nachbarschaftscafé.

Pasing – Es ist eine verzwickte Situation: Zwar wünschen sich die Bewohner der Mitterfeldstraße seit langem einen Nachbarschaftstreff, doch ein Vorschlag der Gewofag stößt beim Bezirksausschuss auf Unverständnis

Monika Metzeler bietet für die Bewohner an der Mitterfeldstraße derzeit ein Interims-Nachbarschaftscafé in einem Raum einer Altenpflegeschule an. Das Angebot werde sehr gut angenommen. Aber: „Es kann sein, dass wir wieder dichtmachen müssen, wenn die Schule einen dritten Zug aufmacht.“ Zudem könne das Nachbarschaftscafé derzeit nur einmal in der Woche öffnen. Bedarf gebe es aber jeden Tag.

Eigentlich hatte die Gewofag den Bewohner des Quartiers einen Pavillon als Treff zugesagt (Hallo berichtete). Doch der ist der städtischen Wohnungsbaugesellschaft zu teuer. Deshalb schlug die Gewofag bei einem Ortstermin vor, drei Wohnungen, die derzeit noch bewohnt sind, zum Nachbarschaftscafé umzufunktionieren.

Dagegen sprach sich in der Sitzung des Bezirksausschusses SPD-Sprecherin Constanze Söllner-Schaar aus: „Ich sehe die Zweckentfremdung kritisch und halte eine Zweigstelle des Pasinger oder Laimer Alten- und Servicezentrums (ASZ) für sinnvoller, weil man dann leichter eine Finanzierung hinbekommt.“ Ihr Parteifreund Christian Müller ergänzte: „Ich bin der Meinung, dass Senioren keinesfalls gezwungen werden sollten, hochbetagt die Wohnung zu wechseln.“

Winfried Kaum (CSU) wies darauf hin, dass die Mieter freiwillig gingen und in unmittelbarer Nähe neue Wohnungen zum selbem Preis bekämen. Er und viele seiner Kollegen ärgerten sich, dass die beiden SPD-Politiker nicht beim Orts­termin anwesend waren und das Ergebnis im Nachhinein infrage stellten. Letztendlich stimmte der Bezirksausschuss der Zweckentfremdung bei vier Gegenstimmen zu. 

Der Vorschlag liegt nun zur Prüfung im Sozialreferat. Doch schon jetzt rudert die Gewofag zurück: „Unsere eigene juristische Prüfung hat ergeben, dass eine derartige Zweckentfremdung nicht genehmigungsfähig ist. Der Ansatz einer Wohnungsumnutzung wird daher nicht weiter verfolgt.“ Für Metzeler ist das eine Katastrophe: „Die Menschen im Viertel sehnen sich nach einer Lösung. Es ist wichtig, dass endlich etwas passiert.“

Andreas Schwarzbauer

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