Jetzt könnte eine soziale Einrichtung einziehen

Warum die Schwestern ihre Ordenskirche aufgeben

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Die Kirche „Maria Rosenkranzkönigin“ an der Institutstraße wird als Gotteshaus aufgegeben.

Pasing – Der barrierefreie Umbau ist gescheitert und die Schwestern von Congregatio Jesu geben die „Maria Rosenkranzkönigin“ auf – Jetzt steht die Frage nach einer Nutzung für soziale Zwecke im Raum

Die Schwestern des Pasinger Ordens Congregatio Jesu werden ihre Gottesdienste künftig in der Hauskapelle feiern. Die Kirche „Maria Rosenkranzkönigin“ an der Institutstraße geben sie als Gotteshaus auf.

Eigentlich wollte der Orden das Gotteshaus sanieren, denn das Gebälk hatte sich verschoben. Im Zuge dessen sollte die gesamte Kirche umgestaltet und barrierefrei werden. „Für uns als Ordensschwestern war von Anfang an klar, dass eine Investition von mehreren Millionen Euro nur gerechtfertigt ist, wenn neben der baulichen Sanierung und der Barrierefreiheit auch eine Umgestaltung erfolgt, die sich an den Kriterien zeitgemäßer Liturgie orientiert“, so Provinzialoberin Sabine Adam. Allerdings hatte das Landesamt für Denkmalpflege Bedenken dagegen.

Zwei Ziele der Schwestern bei Sanierung der Kirche

Schwester Irene Schrüfer bestätigt, dass die Congregatio Jesu die Klosterkirche aufgibt.

Die Pasinger Niederlassung ist das Altenheim des Ordens. Viele Schwestern sind deshalb mit dem Rollator unterwegs. Zwar gibt es im Gebäude einen barrierefreien Zugang zum Altarraum der Kirche, aber dort ist Endstation. Treppenstufen führen hinunter ins Kirchenschiff. „Wir wollten eine Lösung, sodass sich alle Mitschwestern gleichberechtigt bewegen können“, sagt Provinzökonomin Irene Schrüfer.

Ein zweites Ziel war es, die Kirche schlichter zu gestalten. „Es ist ein ganz zentraler Raum für uns. Wir halten uns dort jeden Tag auf und schöpfen Kraft daraus“, sagt Schrüfer. Die Schwestern wollten einige Heiligenfiguren entfernen, das Altarbild ändern und eine mobile Bestuhlung. „Die Atmosphäre sollte schlichter und einladender werden, damit man sich auf das Wesentliche konzentriert“, erklärt Schrüfer. Allerdings habe das Denkmalamt frühzeitig signalisiert, dass die Vorstellungen zu weit gingen, sagt sie.

Denkmalamt widerspricht Darstellung der Schwestern

Der Generalkonservator des Denkmalamts, Mathias Pfeil, betont: „Die Kirche ist in ihrer historischen Gestaltung sehr gut erhalten, sie ist ein bedeutendes Baudenkmal.“ Deshalb sei eine Umgestaltung nicht einfach zu bewerkstelligen. Aber man habe einen barrierefreien Umbau der Kirche nicht verhindert, so Pfeil weiter. „Natürlich wäre es grundsätzlich möglich, die Bedürfnisse von Barrierefreiheit und Denkmalschutz miteinander zu verbinden.“ Bisher habe es aber noch keinen Bauantrag gegeben. Das Denkmalamt sei zu weiteren Gesprächen bereit.

Schrüfer aber sagt: „Für uns ist der Entscheidungsprozess abgeschlossen.“ Die Schwestern werden die Hauskapelle vergrößern und umgestalten. Die Kirche „Maria Rosenkranzkönigin“ habe der Orden kostenlos dem Erzbistum München angeboten. Die Schwestern können sich aber auch vorstellen, dass das Gotteshaus künftig für einen ganz anderen – sozialen – Zweck genutzt wird. 

Andreas Schwarzbauer

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Congregatio Jesu

In Pasing ist der Hauptsitz der mitteleuropäischen Provinz des Ordens Congregatio Jesu. 30 Schwestern leben dort. Sie nutzten bisher die 1890/91 gebaute Kirche Maria Rosenkranzkönigin.

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