Angst vor dem Ladensterben

Warum einige Pasinger jetzt um die Nahversorgung im Süden bangen

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Die Pasinger (von links) Friederun und Karlheinz Reichenstetter, Ruth Autenrieth und Monika Ermert wollen für den Erhalt des Lebensmittelladens an der Maria-Eich-Straße kämpfen.

Pasing – Seit Jahrzehnten gibt es den Lebensmittelladen an der Maria-Eich-Straße – Doch nun hat ein Investor das Gebäude gekauft und will es abreißen – Diese Anwohner bitten die Stadt um Unterstützung

Seit Jahrzehnten gehen viele Anwohner aus dem Pasinger Süden bei dem Lebensmittelladen an der Maria-Eich-Straße 66 einkaufen. Auch Ruth Autenrieth, Monika Ermert sowie Friederun und Karlheinz Reichenstetter sind dort Stammkunden. Um so entsetzter waren sie, als sie erfuhren, dass das Geschäft bald Vergangenheit sein könnte. Ein Bauträger hat das Gebäude gekauft und will es abreißen, um neue Wohnungen zu bauen. Ob im Erdgeschoss wieder ein Lebensmittelgeschäft Platz findet, ist unklar.

„Es ist eine wichtige Einkaufsmöglichkeit für Anwohner aus der Umgebung – vor allem für die Älteren“, sagt Autenrieth. Sie könnten zu Fuß oder mit dem Radl dorthin kommen. Sollte der Laden schließen, müssten die Anwohner ins zwei Kilometer entfernte Pasinger Zentrum fahren. „Lasst doch die Leute dort einkaufen, wo sie hinlaufen können“, fordert Ermert. Nur so könne man den Verkehrskollaps verhindern.

Doch nicht nur als Einkaufsmöglichkeit sei der Laden wichtig: „Es ist eine Bürgerbegegnungsstätte und ein wichtiges Zentrum für die Gegend“, sagt Autenrieth. Im Sommer stünden vor dem Laden einige Tische und Stühle, wo sich die Nachbarn regelmäßig zum Ratschen zusammensetzen. Im Winter könne man drinnen gemeinsam einen Kaffee trinken, sagt sie.

Bei der Bürgerversammlung forderten sie und ihre Mitstreiter die Stadt auf, alles zu tun, dass der neue Investor dort wieder einen Lebensmittelladen ansiedelt. Bei Neubaugebieten achte man darauf, dass es dort auch Geschäfte gibt, um den Autoverkehr einzudämmen, so Reichenstetter. „Dann soll die Stadt auch alteingesessene Läden erhalten“, fordert er.

Der derzeitige Pächter, Adnan Glavic, würde gerne an der Maria-Eich-Straße bleiben. Er und die Anwohner sind dabei allerdings auf das Wohlwollen des Investors angewiesen. Denn Bürgermeisterin Christine Strobl sagte bei der Bürgerversammlung: „Wir haben leider keinen Einfluss darauf, ob dort wieder Läden hineinkommen.“

Er habe bisher keinen Kontakt mit dem Vermieter gehabt, sagt Glavic. Er könne nur abwarten. Autenried, Ermert und Reichenstetter wollen für ihren Lebensmittelladen kämpfen und mit dem Investor sprechen. Sollte das negativ verlaufen, wollen sie Unterschriften sammeln.

Andreas Schwarzbauer

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