Pasinger Wohnungslose müssen neue Bleibe suchen

Doppeltes Unglück: Warum diese Obdachlosen auf der Straße stehen

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Hinter dem Bauzaun herrscht jetzt gähnende Leere.

Pasing – Der Gehweg vor dem ehemaligen Kaufring-Kaufhaus ist wie leer gefegt. Keine Spur mehr von den Obdachlosen und ihren Habseligkeiten. Hallo hat nachgehakt, was dahinter steckt

Noch letzte Woche war dort ein heilloses Durcheinander: Obdachlose, Müll, Kleidung, Matratzen und Bettzeug türmten sich am geschlossenen, ehemaligen Eingang zum Kaufring-Kaufhaus am Pasinger Bahnhof. Doch hinter dem Bauzaun ist es nun gähnend leer: Die Obdachlosen sind plötzlich weg.

Ein Schild untersagt das Betreten der Baustelle an der Bäckerstraße 1, ein Zettel weist darauf hin, dass die Habseligkeiten beim Hausmeister der Anlage sind. Thomas Pfaff, Sprecher des Eigentümers sagt: „Es gab engen Kontakt mit dem Sozialreferat, den Menschen wurden Alternativangebote gemacht.“ Die Pasinger Polizei war bei der Räumung nicht vor Ort. Ob die Obdachlosen einen neuen Unterschlupf haben, an einer anderen Stelle in Pasing campieren, ist dem Münchner Polizeipolizeipräsidium nicht bekannt, sagt ein Sprecher.

Schon am 31. Dezember 2016 schloss das Kaufhaus für immer seine Türen. Seitdem bot der Eingang dort Schutz für die wachsende Obdachlosengemeinschaft in Pasings Mitte. Die Wohnungslosen wurden stillschweigend geduldet, von manchem Bürger sogar mit Lebensmitteln versorgt (Hallo berichtete). Warum der Platz nun geräumt wurde? Pfaff sagt: „Jetzt beginnt der Rückbau mit Abriss des Flachbaus – Ende des zweiten Quartals soll hier schon der neue Rohbau für Einzelhandel stehen.“ In einem vierstöckigen Neubau sind im Erdgeschoss und ersten Stock 2400 Quadratmeter für Geschäfte und Gastronomie geplant. In die oberen Etagen kommen zwölf geförderte Wohnungen.

Marie-Julia Hlawica

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