Ascheplatz statt Kunstrasen

TSG Pasing: „Die Stadt benachteiligt unseren Verein“

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Franz Brücklmeier würde seine Spieler gerne auf dem Sandplatz spielen lassen. Allerdings sei dieser so hart, dass schwere Aufschürfungen an der Tagesordnung seien.

Pasing – Seit Jahren wartet die TSG Pasing auf einen Kunstrasen. Der rote Sandplatz ist in miserablem Zustand und für die Fußballer unattraktiv – mit verheerenden Folgen für den Club

Die Verantwortlichen der TSG Pasing fühlen sich betrogen. Seit Jahren warten sie auf einen neuen Kunstrasenplatz, den ihnen die Stadt anstelle des roten Sand-Spielfeldes versprochen hatte.

Der neue Platz sei überlebenswichtig für den Verein, sagt der Leiter der Fußballabteilung, Franz Brücklmeier. Zum einen sei der Sandplatz in einem so schlechten Zustand, dass er nicht mehr bespielbar ist. Gleichzeitig sei er in der Übergangszeit eigentlich der einzige Platz, den die Fußballer nutzen könnten. Zum anderen stehen Sandplätze bei Fußballern nicht hoch im Kurs. Brücklmeier sagt: „Uns laufen die Spieler weg, weil sie nicht auf roter Erde spielen wollen. Als der SV Aubing einen Kunstrasenplatz bekommen hat, haben wir zwei Mannschaften verloren.“

Deshalb bemüht sich der Verein seit Jahren um einen Kunstrasenplatz. 2015 sei vom Sportamt das Angebot gekommen, dass der Verein ein solches Spielfeld 2017 erhalten könnte, wenn er sich mit 100 000 Euro beteiligt. „Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt“, sagt Brücklmeier. Dann allerdings die Kehrtwende der Stadt: Die TSG würde den Platz doch erst 2019 bekommen, müsse dafür aber keine Eigenbeteiligung leisten.

Die Sprecherin des Referats für Bildung und Sport, Christina Warta erklärt, dass früher dringende Investitionsmaßnahmen bei einer Beteiligung der Vereine schneller verwirklicht werden konnten. „Diese Möglichkeit wurde aber mit Einführung des Sportbauprogramms abgeschafft, weil es unter anderem zu Benachteiligungen vor allem von kleinen Vereinen geführt hat, die nicht über die erforderlichen finanziellen Möglichkeiten verfügen.

Das Sportamt habe die Pasinger im Januar 2017 über die Änderung informiert und mitgeteilt, dass der Verein ins dritte Sportbauprogramm für 2019 aufgenommen werde.

„Darauf haben wir uns verlassen“, sagt Brücklmeier. Doch inzwischen taucht die TSG Pasing bis 2022 überhaupt nicht mehr in der Liste der Vereine auf, die einen Kunstrasenplatz erhalten sollen.

Es habe keine verbindliche Zusage an die TSG gegeben, so Warta. 2018 habe sich gezeigt, dass es noch dringendere Projekte gebe. Aus dem Punktekatalog, anhand dessen die Stadt die Reihenfolge der Verein festlegt, wird dies jedoch nicht ersichtlich. Dort sind 27 Vereine mit derselben Punktzahl gelistet – darunter die TSG Pasing. „Es ist für uns nicht nachvollziehbar und einfach frustrierend“, sagt Brücklmeier.

Warta versichert, dass die TSG im vierten Maßnahmenpaket berücksichtigt werde. Wann das kommt, kann die Sprecherin nicht sagen. Die genaue Planung starte erst nach dem Stadtratsbeschluss im Herbst.

Andreas Schwarzbauer

Programm für den Sport

Die Stadt hat 2017 und 2018 im Rahmen des Sportbauprogramms 56,6 Millionen Euro investiert. Noch heuer soll der Stadtrat zwei weitere Pakete beschließen. Wann ein Verein drankommt, hängt von Auslastung und Zustand seiner Sportanlage ab.

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