Vorbild Gütersloh

München schafft in Bayern bisher einzigartige Stelle

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Die Stadt will für Neuaubing und am Westkreuz einen Kultur-Streetworker schaffen. Das ist in Bayern bisher einmalig.

Neuaubing/Westkreuz – Ein Kultur-Streetworker für das Viertel? Was in Bayern bisher einmalig wäre, steht in Gütersloh für Inga Michealis an der Tagesordnung – in Hallo erzählt sie von ihren Erfahrungen

Neuaubing und das Westkreuz bekommen einen Kultur-Streetworker. Dadurch will die Stadt neue Projekte anstoßen und mehr kulturelles Engagement im Stadtviertel wecken. Vor allem für Jugendliche mit Migrationshintergrund soll der Streetworker ein Ansprechpartner sein. 

„Tatsächlich fehlt diese Gruppe in der Ehrenamtslandschaft Neuaubing-Westkreuz weitgehend. Die aufsuchende Kulturarbeit soll dazu beitragen, dieses schlummernde Potenzial zu wecken“, schreibt das Kulturreferat in einer Beschlussvorlage.

Inga Michaelis ist im nordrhein-westfälischen Gütersloh als Kultur-Streetworkerin eingestellt. In Hallo berichtet sie von ihren Erfahrungen.

In Bayern gibt es ein derartiges Projekt bisher noch nicht. Doch Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) hat im Oktober eine Kultur-Streetworkerin eingeführt. „Es ist nicht so, dass wir bisher nicht ansprechbar waren, aber wir haben jemanden gebraucht, der sichtbar ist“, erklärt Karin Hauertmann vom Fachbereich Kultur der Stadt. 

Ihre neue Kollegin Inga Michaelis ist nun die direkte Ansprechpartnerin für die Kreativen. „Dadurch müssen die Leute nicht mehr so viele Hürden überwinden, wenn sie etwas auf die Beine stellen wollen.“ Einige Projekte seien dadurch bereits zustande gekommen. „Es läuft jetzt definitiv mehr“, sagt Hauertmann. Die Gesprächsangebote der Streetworkerin seien bisher gut angenommen worden.

Kultur-Streetworkerin stößt zwei neue Projekte an

Inga Michaelis sei dabei nicht nur auf etablierte Institutionen wie Theater, Museen oder Künstlerverein zugegangen, sondern habe sich bei den einzelnen Künstlern oder Ateliers vorgestellt und Sprechzeiten angeboten. So hat die 28-Jährige einen ersten Einblick gewonnen, wo es hakt und was die Künstler wirklich wollen.

Eine Folge davon war, dass im Internet ein Kulturportal entstanden ist, bei dem sich die Kreativen vorstellen und ihre Termine melden können. Außerdem erarbeitete Michaelis ein Informationsblatt mit den Fördermöglichkeiten der Stadt Gütersloh.

Auch in München erhofft sich das Kulturreferat neue Impulse. Es sucht eine „freiberuflich tätige, kommunikative Persönlichkeit mit Routine in konzeptioneller und praktischer Kulturarbeit“. Die Stelle soll in zwei Wochen ausgeschrieben sein, der Kultur-Streetworker noch 2019 mit seiner Arbeit beginnen. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und soll fast 200 000 Euro kosten.

Andreas Schwarzbauer

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