Abschied nach achteinhalb Jahren

Pfarrer-Ehepaar verlässt Adventskirche Neuaubing

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Kerstin und Bernhard Vocke verlassen nach achteinhalb Jahren die Adventskirche in Neuaubing.

Neuaubing – Nach achteinhalb Jahren verlässt das Ehepaar Vocke die Adventskirche – Nachfolger werden wohl erst im Herbst erwartet

Das Pfarrer-Ehepaar Kerstin (54) und Bernhard Vocke (56) verlässt die evangelische Adventskirche Neuaubing. Nach achteinhalb Jahren wechseln die beiden nach Schweinfurt. „Es ist üblich, dass man als Pfarrer nach etwa zehn Jahren die Gemeinde wechselt. Für uns selbst ist es eine neue Herausforderung und für die Gemeinde ein neuer Impuls“, erklärt Kerstin Vocke.

Erster Eindruck des Ehepaares von der Adventskirche Neuaubing und dem Stadtteil

2010 kamen sie und ihr Mann mit ihren beiden Söhnen aus einer kleinen fränkischen Gemeinde nach München. „Wir dachten, wir kommen in die Großstadt, aber in Aubing waren wir wieder in einem Dorf mit überschaubaren Strukturen“, sagt Kerstin Vocke. Dort wurden sie jedoch schnell heimisch.

Von Anfang an war es den beiden ein Anliegen, Familien und Zugezogene in die Kirchengemeinde zu integrieren. „Wir wollten die Kirche für neue Menschen öffnen und haben deshalb viele Neu-Aubinger persönlich besucht. Dabei sprang oft der Funke über“, sagt Bernhard Vocke. Die neuen Mitglieder hatten teilweise andere Erwartungen. „Man muss sich auf sie einstellen.“ Deshalb führte das Ehepaar einige Neuerungen wie den meditativen und ökumenischen Taizé-Gottesdienst oder einen Gottesdienst unter freiem Himmel ein. Die Kirchengemeinde sahen sie als Chance, dass Neubürger und Alteingesessene zusammenfinden.

Pfarrer-Ehepaar setzt eigene Akzente in der Gemeinde

Höhepunkt seiner Zeit in Neuaubing waren für Vocke die ökumenischen Kirchentage. Aber auch die Arbeit mit den Konfirmanden habe ihm viel Freude gemacht. „Die Jugendlichen waren immer offen für den christlichen Glauben und setzten sich gerne damit auseinander.“

Seine Frau erinnert sich gerne an den Zustrom der Flüchtlinge: „Wir haben uns dadurch damit auseinandergesetzt, was es bedeutet ein Christ zu sein und was uns vom muslimischen Glauben unterscheidet und was uns verbindet.“ Ihr Schwerpunkt waren die Arbeit mit Kinder, die Förderung der Kirchenmusik und die Begleitung von Senioren.

Das Gemeindemitglieder schätzten  besonders

Anna-Mari Stein aus dem Kirchenvorstand schätzte darüber hinaus die liebevolle Gestaltung der Kinder- und Minigottesdienste durch das Ehepaar. Sie beeindruckte, dass das Ehepaar trotz des Großprojektes Gemeindehaus-Neubau das Gemeindeleben nie aus den Augen verlor.

Ihren Abschiedsgottesdienst feiern die beiden zwar schon am Sonntag, 13. Januar, ab 10 Uhr, verlassen werden sie die Adventskirche aber erst Anfang März. „Wegen Verzögerungen beim Bau des Gemeindezentrums geben wir noch eine Zugabe“, sagt Bernhard Vocke.

Zwei große Herausforderungen für die Nachfolger

Nachfolger gibt es noch nicht. Die Stellen werden im Februar ausgeschrieben. Normalerweise dauere es ein halbes Jahr, bis sie besetzt sind, so Vocke. Aber: „Es gibt nicht mehr so viele Pfarrer und München ist wegen der hohen Lebenshaltungskosten nicht mehr so attraktiv.“

Auf die neuen Seelsorger warten einige Herausforderungen. „Die Gemeinde ist im Wandel“, sagt Vocke. Die Neubürger aus Freiham müssten integriert und das neue Gemeindehaus mit Leben gefüllt werden, nennt das Ehepaar die größten Herausforderungen.

Andreas Schwarzbauer

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