Bürger beklagen „Lösung“ für Barrierefreiheit

Wird der Aubinger Bahnhof zum Angst-Raum?

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Weil die Rampe vier Meter in die Tiefe führt, drohe ein Angst-Raum für Frauen, so die Annahme der Bürgervereinigung.

Aubing – Endlich tut sich etwas am Aubinger Bahnhof: Eine Rampe soll das Problem der Barrierefreiheit lösen – Doch die Bürgervereinigung lehnt den Vorschlag entschieden ab

Eine Rampe für den Aubinger Bahnhof erhitzt die Gemüter. Während die Stadtverwaltung „große Fortschritte“ sieht, spricht die Bürgervereinigung von einer unzulänglichen Lösung.

Das etwas am Aubinger Bahnhof passieren muss, darüber sind sich alle Beteiligten einig (Hallo berichtete). Deshalb hatte die Stadt eine Machbarkeitsstudie für eine barrierefreie Fußgängerunterführung zwischen Aubing und Neuaubing in Auftrag gegeben. Dabei wurden als mögliche Varianten ein Aufzug und eine Rampe untersucht. 

Karin Binsteiner und Franz Fürst von der Bürgervereinigung lehnen eine Rampe ab.

Das Ergebnis: Eine Rampe sei die bessere Lösung. „Grund ist die höhere Betriebsverfügbarkeit“, so das Planungsreferat. Genügend Platz dafür stehe zur Verfügung. Mit der Bahn sei diese Variante abgestimmt worden und sie sei kompatibel mit dem Ausbau der S4. Zudem wolle der Freistaat Bayern die Maßnahme vorfinanzieren.

Während sich die Stadt zuversichtlich zeigt, ist die Aubinger Bürgervereinigung verärgert. „Die Rampe erfüllt ihren Zweck nicht“, kritisiert die Vorsitzende Karin Binsteiner. Sie führe vier Meter in die Tiefe. Dadurch entstehe ein dunkler Angst-Raum. „Keine Frau geht dort alleine entlang“, meint Binsteiner. Außerdem benötige die Rampe sehr viel Platz. „Wo soll dann die geplante Bushaltestelle hin?“ 

Darüber hinaus fürchtet die Bürgervereinigung Verzögerungen, weil die Stadt für den Bau private Grundstücke kaufen müsste. „Unsere Forderung lautet, dass die städtische Rampe wegen ihrer Unzulänglichkeiten nicht weiter verfolgt wird“, so Binsteiner. 

Stattdessen solle die Stadt eine Rotunde untersuchen, die spiralförmig nach unten führt. Die Bürgervereinigung hatte diese Lösung von einem Architekturbüro erarbeiten lassen. Sie nehme wenig Platz weg und könne gut beleuchtet werden. Nun muss der Stadtrat im zweiten Quartal entscheiden, wie es weitergehen soll.

Andreas Schwarzbauer

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