Zwei mögliche Trassen für Autos aus Freiham

Es regt sich Widerstand: Aubinger sammeln Unterschriften gegen die Umfahrung

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Die Anwohnerinnen Uta Wagner (links) und Karin Binsteiner können mit beiden Varianten nichts anfangen.

Aubing – Um das Neubaugebiet Freiham zu erschließen, lässt der Stadtrat eine Umfahrungsstraße westlich von Aubing prüfen – Zwei Varianten werden genauer untersucht – Das gefällt nicht allen Bürgern

Skurril, wahnsinnig oder bedrohlich – das sind Bezeichnungen, die derzeit in Aubing im Zusammenhang mit der Verkehrsplanung der Stadt für Freiham fallen (Hallo berichtete). Die Anwohner der Eichenauer Straße sammeln Unterschriften, Anwohner der Altostraße wollen Spaziergänger gegen die Pläne mobilisieren und die Bürgervereinigung Aubing schreibt einen scharfzüngigen Brief an den Oberbürgermeister. Auslöser ist, dass der Stadtrat beschlossen hat, die Varianten 6 und 7 für die Anbindung von Freiham an Aubing mit einer Machbarkeitsstudie näher zu untersuchen.

Variante 6:

Variante 6 endet bereits an der Eichenauer Straße.

Eine Umgehungsstraße soll westlich von Aubing von der Bahnlinie zur Eichenauer Straße verlaufen. Der Vorteil für das Planungsreferat ist, dass der Verkehr dadurch über zwei Anbindungen (Georg-Böhmer-Straße und Eichenauer Straße) verteilt wird. Zudem gebe es eine direkte Verbindung zwischen der Eichenauer Straße und Freiham. Pendlerverkehr aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, der nach Süden will, muss nicht mehr durch den Aubinger Ortskern, sodass der Verkehr dort laut Planungsreferat abnehmen würde. Anwohner der Eichenauer Straße glauben das nicht und sammeln Unterschriften gegen eine Anbindung ihrer Straße an das „überregionale Verkehrsnetz“. „Es wird eine Hauptverkehrsachse unmittelbar in der Nähe der Grundschule Gotzmannstraße geplant.“ Sie würde das Leben der Kinder und aller Anwohner „zur Hölle“ machen, kritisieren sie.

Variante 7:

Die lila Linie zeigt den möglichen Verlauf der Ortsumfahrung. Variante 7 geht über den Aubinger Tunnel zur Altostraße.

Die Umgehungsstraße wird über den Grünstreifen auf den Aubinger Tunnel zur Altostraße verlängert. Dadurch werde ein wichtiges Naherholungsgebiet zerstört, kritisiert der Aubinger Heinrich Schwella. „Das wäre ein großer Verlust für Aubing.“ Zudem sorgt er sich, dass es nicht dabei bleiben wird. „Meine große Befürchtung ist, dass es in einigen Jahren heißt, wir haben uns verrechnet und müssen die Straße jetzt zur Autobahn durchziehen.“ Damit wäre die Grünfläche auf dem Tunnel komplett zerstört und es gebe eine attraktive Autobahn­umfahrung. „Wenn der Tunnel gesperrt ist, ist es der perfekte Parallelweg“, stimmt ihm Nachbar Andreas Freudling zu. Die beiden wollen nun Spaziergänger ansprechen und über die Pläne informieren. Sie hoffen so, die Gegner der Variante mobilisieren zu können.

Sie fordern stattdessen einen stärkeren Fokus auf den öffentlichen Nahverkehr (Hallo berichtete). Die U-Bahn beispielsweise kommt erst 2040 (Hallo berichtete). „Die Leute, die in den nächsten Jahren einziehen, müssen ein Auto haben, weil es keinen Nahverkehr gibt. Wenn die U-Bahn fährt, geben sie aber ihr Auto nicht mehr weg“, meint Freudling.

Bürgervereinigung fordert Nahverkehr statt Straßenbau

Die Bürgervereinigung Aubing forderte in einem Brief an den Oberbürgermeister, dass der zweite Realisierungsabschnitt in Freiham erst gebaut werden darf, wenn der Nahverkehr und auch die Autobahn A99 ausgebaut sind. Von der Umgehungsstraße halten die Vorsitzenden, Uta Wagner und Karin Binsteiner, nichts. Denn letztendlich würden die Autos nach dem Verlassen der Umgehung im Aubinger Ortskern landen, um zur Bergsonstraße zu kommen, oder in die 30er-Straßen in Lochhausen, um zur A99 zu gelangen. Aber die Stadt tut so, als würden sie sich an der Altostraße auflösen oder durch ein Loch im Tunnel auf die Autobahn fallen“, so Wagner. Der Straßenverlauf auf dem Tunnel sei aus statischen Gründen sowieso nicht möglich. Zudem sei das Gebiet eine geschützte Ausgleichsfläche, so Binsteiner.

Die Bürgervereinigung lädt am Donnerstag, 31. Januar, ab 19 Uhr zu einer Info-Veranstaltung ins Ubo 9, Ubostraße 9

Lesen Sie hier, welche Positionen die Stadträte vertreten.

Andreas Schwarzbauer

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