Aubinger geschockt: Ihre Traditiongaststätte macht schon Ende Oktober dicht

Letzte Runde im Burenwirt: Das Ende einer Institution

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Datti Obermeier (vorne), Werner Reber (hinten rechts) und Horst Langenberger (hinten Mitte) müssen ihren Stammtisch im Burenwirt aufgeben. Wirt Andreas Oberndörfer (hinten links) schließt sein Lokal Ende Oktober.

Aubing – Schon seit Monaten waberten die Gerüchte durch Aubing, nun herrscht traurige Gewissheit: Die Aubinger Traditionswirtschaft „Burenwirt“ ist Ende Oktober Geschichte

Nicht nur für die Stammgäste ist es ein Schock: Der Aubinger Burenwirt schließt. Schon länger gab es Gerüchte (Hallo berichtete), nun die Gewissheit: Am 31. Oktober gehen die Lichter aus. Der Eigentümer verkauft das ganze Haus an der Altostraße 7.

Für Wirt Andreas Oberndörfer (56) und seine Frau Angelika (58) kommt das Ende überraschend: „Wir wollten hier mindestens bis zur Rente weitermachen.“ Die Stammtischler Werner Reber (83), „Datti“ Obermeier (78) und Horst Langenberger (78) sind fassungslos. „Ich bin mit dem Burenwirt groß geworden. Wir haben alle Vereinsfeiern hier gefeiert. Ich bin einfach traurig“, sagt Obermeier. Reber meint: „Wir leben im letzten Bauerndorf Münchens und hier schließen die Wirtschaften.“

Im Nachhinein bahnte sich das Ende für den Wirt an: „Im letzten Jahr gab es zuerst eine Mieterhöhung, heuer kam verzögert ein neuer Biervertrag, bis 2023. Dann wurde mir vom Eigentümer im Sommer gesagt, ich soll kurzfristig alle Lagerfläche räumen.“ Er sprach mit dem Eigentümer, erhielt Aufschub. Bis die Kündigung der Lager schriftlich kam und Oberndörfer erfuhr, dass das ganze Haus verkauft wird: „Uns wurde nichts gesagt, wir haben es erst über Gäste und Internet erfahren.“ Oberndörfer beschloss, gleich ganz dicht zu machen.

Der Eigentümer wird von Manfred Zech, Immobilienexperte der Landesbausparkasse LBS, vertreten. Er bietet das Gebäude für 3,5 Millionen Euro zum Kauf an. „Der Eigentümer will sich von dem Haus trennen. Mehr kann ich dazu nicht sagen“, so Zech. Er sagt: „Mein Kunde will den Charakter mit Wirtshaus und Metzgerei erhalten, schlug Angebote aus, die eine Nutzungsänderung vorsahen.“ Das wundert Oberndörfer: „Warum werden wir dann vergrault? Wir wären geblieben, es gab all die Jahre keinen Ärger.“

Er erinnert sich: „2002 sind wir hier eingezogen. Wir haben viel reingesteckt. Geld, Herzblut, die Einrichtung.“ Fast 17 Jahre haben er und seine Frau Angelika (58) ihr Leben als Pächter dem Gasthaus gewidmet. Aber: „Am 31. Oktober gehen hier die Lichter aus. Dann ist alles vorbei“, so der Wirt.

Marie-Julie Hlawica

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