Wachdienst soll Kirche schützen

Irdischer Schutz für Kirche 

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Pfarrer Thomas Dallos zeigt die Schmierereien an der Kirche Maria Schutz in Pasing.

Pasing: Satanistische Zeichen an der Kirche Maria Schutz – nur die jüngste Spitze der Sünden am Rande eines monatlichen Treffens von Comic-Fans im Jugendzentrum Aquarium am Schererplatz.

Etwa 10 000 Euro Schaden entstanden durch Schmierereien an der Pasinger Kirche Maria Schutz. In roter Farbe hatten Unbekannte rund um das ganze Gebäude unter anderem das Anarchie-Zeichen und ein Pentagramm gesprüht. Nun soll ein Sicherheitsdienst rund um den Schererplatz für Ordnung sorgen.

Farbattacke als Höhepunkt einer Reihe von Ärgernissen

Denn die Farbattacke war nur der Höhepunkt von Ärgernissen, die sich am Rande der monatlichen Treffen von Animexx­, einem Verein für Fans von Manga und Anime (japanische Comics und Zeichentrickfilme), im Jugendzentrum Aquarium ereigneten. Während im Jugendzentrum die meist verkleideten Besucher friedlich zusammen feiern, finden zeitgleich draußen laute Partys mit Alkohol statt, beklagt der Pfarrer von Maria Schutz, Thomas Dallos. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren habe sich die Situation verschlimmert. Dallos berichtet von Ruhestörungen und liegengelassenem Müll. Er sagt: „Es war zwar unangenehm, aber solange es keine Schmierereien gab, waren wir tolerant.“

Hoher Schaden an der Kirche

Doch die Verunstaltung der Kirche war zu viel. „Man muss die Kirche großflächig streichen, damit es nicht fleckig ausschaut.“ Außerdem ist auch ein altes Holzportal verunstaltet. Das könne man nicht einfach übermalen, sondern müsse restauriert werden. Dallos schätzt den Schaden auf 10 000 Euro. Die Versicherung zahle dafür nicht, sagt der Pfarrer. Beseitigt werden können die Schmierereien erst im nächsten Frühjahr. „Die Farbe haftet im Winter nicht richtig“, sagt Dallos.

Der Leiter des Jugend­zentrums, Juri Kadlec, sagt: „Wir müssen Schritte unternehmen, um das zu unterbinden. Es hat überhand genommen, dass Jugendliche draußen trinken und bis spät in die Nacht Party machen.“

Nur indirekter Zusammenhang mit Animexx-Treffen

Allerdings sieht Kadlec nur einen indirekten Zusammenhang mit den Animexx-Treffen. „Es sind keine Besucher, sondern vor dem Aquarium findet eine Parallelveranstaltung statt, die von Animexx nicht gewollt ist.“ Der Verein selbst habe deshalb schon mehrmals die Polizei gerufen, sagt Kadlec. Auch die Vorsitzende des Vereins, Anita Lewinsky, sagt: „Unsere Jugendlichen sind eigentlich immer ganz friedlich.“

Zwar sagte Kadlec: „Die Animex­x-Treffen sind eine gute Veranstaltung, die wir weiter unterstützen.“ Dennoch standen sie auf der Kippe. Die Organisatoren sagten daraufhin zu, mit einem Sicherheitsdienst vor dem Jugendzentrum für Ordnung zu sorgen. Auf Facebook wies der Verein seine Mitglieder zudem auf die Probleme hin: „Wir müssen dafür sorgen, dass sich im gesamten Umkreis des Schererplatzes keine Leute aufhalten.“
Andreas Schwarzbauer

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