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Immer mehr Menschen leben in Pasing auf der Straße

Kommt jetzt Hilfe für Pasings Obdachlose?

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Günther hat sein Lager vor dem ehemaligen Kaufring aufgeschlagen.

Pasing - Die Zahl der Obdachlosen steigt aktuell rapide an – Viele Bürger sind besorgt über die Nachtlager rund um den Kaufring – Hallo hat mit den Betroffenen gesprochen

Ein Streit um die Obdachlosenhilfe in München ist entbrannt. Die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) verkündete, dass künftig ein Kleinbus als „mobiler Lotsenpunkt“ in der Landeshauptstadt unterwegs ist, um Obdachlose anzusprechen. Münchens Sozialreferentin Dorothee Schiwy ärgert sich, dass das Projekt nicht mit den Helfern vor Ort abgestimmt wurde: „Zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Obdachlosigkeit gehört mehr, als einen Pressetermin zu veranstalten.“ 

Auch in Pasing sind die Menschen, die im Freien übernachten, derzeit ein großes Thema. Helene Gennat hat beobachtet, dass immer mehr Obdachlose um den ehemaligen Kaufring herum ihr Lager aufschlagen. „Sie schlafen auf dem Kies der Baustelle oder sitzen bei dieser Hitze vor dem ehemaligen Kaufhaus. Das ist ein trauriger Anblick.“ Sie fordert, dass die Stadt etwas unternehmen muss. „Man kann doch irgendwo eine Baracke aufstellen, in die sie reingehen können.“ 

Seit 1946 wohnt Gennat in Pasing. „In letzter Zeit hat sich so ein Elend hier entwickelt“, sagt sie traurig. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine. Weitere Leser haben sich deshalb ebenfalls an Hallo gewandt. Günther ist einer der Obdachlosen aus Pasing. Er hat vor dem ehemaligen Kaufring seine Matratze ausgebreitet und sagt: „Ich könnte schon in eine Unterkunft, aber mir gefällt es hier.“ Einer seiner Freunde, der selbst obdachlos war, aber inzwischen eine eigene Wohnung hat, kann ihn verstehen. „Im Obdachlosenheim sind viele Gestörte“, sagt er. Man teile sich ein zwölf Quadratmeter großes Zimmer mit zwei weiteren Personen. Es gebe keine Privatsphäre und häufig Streit. Außerdem werde man von der Hausleitung schikaniert, sagt er. 

Edith Petry, Sprecherin des Sozialreferats, weiß, dass viele nicht in die Unterkünfte wollen. In ganz München seien Streetworker unterwegs, machen Obdachlose auf die Angebote aufmerksam und vermitteln Unterkünfte. Sie sagt: „Wer einen Anspruch auf Hilfe hat, muss in München nicht auf der Straße schlafen.“ Die Lage in Pasing hat das Sozialreferat im Blick: „Die Streetworker vor Ort haben uns gemeldet, dass sich dort vor allem Menschen treffen, die auf öffentlichen Plätzen trinken, aber eine Wohnung haben.“ Darunter seien nur wenige Obdachlose. Sie könne man nicht zwingen, in eine Unterkunft zu gehen.

A. Schwarzbauer

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