Empörung im Bezirksausschuss

Kein Geld für bessere Anzeigen: MVG will an den Bus- und Trambahnhaltestellen nicht nachrüsten

Die BA-Mitglieder Barbara Ney und Siegfried Liedl wollen andere Anzeigen.
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Die BA-Mitglieder Barbara Ney und Siegfried Liedl wollen andere Anzeigen.

Aubing: Sobald es dämmert, ist die Anzeige, die an den vielen Haltestellen die Abfahrtszeiten von Bus oder Trambahn anzeigt, nur schwer erkennbar.

Schwarz schimmern die Buchstaben auf grauem Grund. Sobald es dämmert, ist die Anzeige, die an den vielen Haltestellen die Abfahrtszeiten von Bus oder Trambahn anzeigt, nur schwer erkennbar. Im Aubinger Bezirksausschuss sorgte dies nun für Unmut. Von Ignoranz und einer Unverschämtheit sprachen einige Mitglieder.

Der Grund war die Antwort der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf den Wunsch des Stadtteilgremiums, die Schrift- oder Hintergrundfarbe der Anzeige zu ändern.

Doch die MVG sieht keine Möglichkeit, die farbliche Gestaltung zu ändern. „Am Markt sind derzeit nur die bei uns verbauten Anzeiger mit schwarzer Schrift auf grauem Grund erhältlich“, teilt Pressesprecher Matthias Korte mit. Zwar gibt es an anderen Haltestellen Anzeigen mit bernsteinfarbener oder roter Schrift auf schwarzem Hintergrund. Sie wurden allerdings nur bis 2010 verbaut und seien etwa zehnmal so teuer wie die Schwarz-auf-Grau-Variante. Auch in der Wartung seien sie wesentlich kostspieliger.

Korte sagt: „Der MVG stehen nur sehr begrenzt Mittel zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund ist sehr genau abzuwägen, für welche Vorhaben das vorhandene Geld eingesetzt wird.“ Für die MVG habe derzeit die Beschaffung zusätzlicher Fahrzeuge und die Einstellung weiterer Fahrer Priorität. „Die Anschaffung weiterer Anzeiger ist daher im Moment nicht vorgesehen“, so Korte. Aber man halte Ausschau nach Anzeigern, „die günstige Anschaffungs- und Unterhaltskosten sowie eine optimale Darstellungsform vereinigen“.

Man könne sich laut MVG per App informieren

Bis dahin verweist das Unternehmen auch auf die Möglichkeit, sich über die Handy-App oder die Internetseite zu informieren. Barbara Ney (Grüne), die den Antrag des Bezirksausschuss initiiert hatte, ist über diese Antwort empört: „Die Leute, um die es geht, haben nicht diese Möglichkeiten.“ Sie sei von Senioren und Sehbehinderten beim „Runden Tisch Inklusion“ angesprochen worden. Diese könnten nicht so gut mit dem Handy umgehen. Der Seniorenbeauftragte Norbert Stellmach stimmt zu: „Es wird einfach vorausgesetzt, dass jeder ein Handy hat und damit umgehen kann. Aber viele Ältere fühlen sich damit unsicher.“

Siegfried Liedl (Grüne) findet die Anzeigen eigentlich gut: „Die Fahrpläne aus Papier sind oft so klein bedruckt, dass sie kaum lesbar sind. Deshalb wären die elektronischen Anzeigen eigentlich eine große Erleichterung. Aber Grau auf Grau ist schwer zu unterscheiden.“ Er und Ney wollen, dass die MVG nachrüstet. Der BA-Vorsitzende Sebastian Kriesel (CSU) wandte ein, dass dies sehr teuer wäre: „Es ist natürlich eine große Summe, das gesamte Stadtgebiet umzurüsten.“

A.Schwarzbauer

Die nächsten Termine für den „Runden Tisch Inklusion“ sind am Mittwoch, 27. September, und am Donnerstag, 16. November, im ASZ , Am Aubinger Wasserturm 30, jeweils ab 16 Uhr.

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