Integration? Da bleiben sie am Ball

Flüchtlinge vom Westkreuz gründen eigenen Fußballklub

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Aubing: Große Ziele hegen einige Flüchtlinge aus der Gemeinschaftsunterkunft an der Mainaustraße: Gemeinsam haben sie eine Fußballmannschaft gegründet, den FC Mainaustraße.

Irgendwann ist es ihm aufgefallen, zwischen all den Pass-Schüssen und Hackentricks im Hof: „Ständig habe ich dort jemanden beim Kicken beobachtet“, erzählt Tangara Boubacar. „Plötzlich habe ich bemerkt: Einige der Jungs haben echt Talent. Da muss man mehr draus machen als ein bisschen Zeitvertreib.“ Boubacar (27) lebt in der Flüchtlingsunterkunft an der Mainaustraße – so wie jene rund 30 jungen Männer, mit denen zusammen er nun eine Fußballmannschaft gegründet hat: den FC Mainau­straße. 

„Abgesehen davon, dass wir alle den Fußball lieben, wollten wir auch beweisen, dass wir uns selber organisieren können“, erklärt Boubacar sein Projekt, das er mit Unterstützung der interkulturellen Münchner Straßenfußball-Liga „buntkicktgut“ angeschoben hat. Außerdem verweist Boubacar darauf, wie verbindend der Sport wirke: „Die Spieler kommen aus verschiedenen Ländern, aus Somalia, Syrien oder Afghanistan zum Beispiel, ich selbst bin aus Mali. Wir sprechen also viele Sprachen. Aber das macht nichts, auf dem Platz verstehen wir uns ohne große Worte. Der Fußball hilft also bei der Integration.“

Unterdessen strebt die Mannschaft schon nach Höherem: Boubacar plant, den FC Mainau­straße bei der Royal Bavarian Liga (RBL) anmelden, einer Freizeitliga für Hobbymannschaften aus München. Dafür trainieren die Spieler nun dreimal pro Woche auf dem Bolzplatz am Überlinger Weg – unter professioneller Aufsicht: Denn Tangara Boubacar hat vier Jahre lang als Verteidiger bei Ali Tripolis in Libyen gespielt und zuletzt bei Espérance Sportive de Tunis in Tunesien eine Ausbildung zum Fußball-Trainer begonnen.

Dennoch ist das Abenteuer RBL nicht gesichert. Denn dazu braucht das Team Trikots, Schuhe, Bälle und Geld – die RBL-Teilnahme kostet 1185 Euro. Die Initiative „buntkicktgut“ hat 300 Euro als Anschub-Finanzierung zugesagt, weitere 400 Euro kommen vom ehrenamtlichen Flüchtlings-Helferkreis Mainaustraße. Für den Rest braucht’s noch Sponsoren. Kontakt: e.werner@helferkreis-mainaustraße.de.
Christopher Beschnitt

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