Strenge Brandschutzvorgaben

Fieberhafte Suche nach Fluchtwegen

+
Derzeit dient ein Baugerüst vor der Volkshochschule als Fluchtweg. Michael Widl-Stüber (links) und Walther Weck hoffen aber, dass es eine dauerhafte Lösung für die Pasinger Kammermusik gibt.

Pasing - Weil im denkmalgeschützten Saal der Vhs ein zweiter Fluchtweg fehlt, dürfen zur „Pasinger Kammermusik“ nur noch 25 Zuhörer. Nun muss eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

Die Konzerte der „Pasinger Kammermusik“ im denkmalgeschützten und stimmungsvollen Saal der Volkshochschule an der Bäckerstraße sind in Gefahr. Der Grund: Es fehlt ein zweiter Fluchtweg. Dies bemängelte die Branddirektion bei ihrer letzten Inspektion. Deshalb dürfen künftig nur noch 25 statt 60 Zuhörern hinein. „Damit könnten wir die Kammermusik in Pasing vergessen, weil sie nicht mehr finanzierbar wäre“, sagt Organisator Walther Weck. Die beliebte Konzertreihe, die seit 2010 in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule im ehemaligen Sitzungsaal des alten Rathauses stattfindet, finanziert sich hauptsächlich über Eintrittsgelder. „Weniger Einnahmen gehen auf Kosten der Musiker“, sagt Weck. Mit einem kleineren Budget kann Weck wohl nicht mehr so hochkarätige Künstler wie Jakob Spahn vom Bayerischen Staatsorchester für Auftritte gewinnen.

Immerhin: Die nächsten Konzerte sind gesichert. Aufgrund einer Sanierung befindet sich an der Außenfassade des Gebäudes ein Baugerüst. Es dient derzeit als zweiter Fluchtweg. Allerdings sind die Arbeiten bis Mai abgeschlossen. „Bis dahin wollen wir unbedingt eine Lösung finden, die dem Brandschutz genügt, aber auch kulturelle Veranstaltungen in dem Saal ermöglicht“, sagt der Leiter der Volkshochschule, Michael Widl-Stüber. Für ihn sind die Konzerte „ein Aushängeschild“. Er könnte sich deshalb vorstellen, dass auch nach den Renovierungsarbeiten ein Gerüst als Fluchtmöglichkeit stehen bleibt. Allerdings müsse man das mit dem Denkmalschutz abklären. Eine andere Möglichkeit wäre eine Tür, die in den Nachbarraum führt. Sie könnte während der Konzerte offen bleiben.

Alle suchen nach Alternativen, um die Kammermusik zu retten

Weck sucht zeitgleich nach Alternativen. Er stehe mit den Kirchen in der Umgebung in Kontakt, sagt er. Allerdings sei der Saal in der Volkshochschule optimal: „Die Besucher sind begeistert, weil sie so nah an den Musikern sind. Außerdem herrscht dort unter der alten Stuckdecke eine ganz besondere Atmosphäre.“ Widl-Stüber ist zuversichtlich, dass sich eine Lösung findet: „Alle Beteiligten haben ein Interesse daran, es so zu bewahren.“ Auch aus dem Kreisverwaltungsreferat kommen positive Signale: „Die baulichen Maßnahmen zur Schaffung eines zweiten Rettungsweges werden derzeit geplant und zwischen den Architekten, der Bauaufsicht und uns abgestimmt“, teilte Sprecher Johannes Mayer mit. Weck hofft, dass es nicht zu lange dauert: „Ich hänge mit dem Herbstprogramm etwas in der Luft, weil ich nicht weiß, wo es stattfinden kann.“ A. Schwarzbauer

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Fußgänger-Frust an der Wotanstraße bleibt: Dreiste Falschfahrer ignorieren angebrachte Schutzbarrieren
Fußgänger-Frust an der Wotanstraße bleibt: Dreiste Falschfahrer ignorieren angebrachte Schutzbarrieren
Zusätzliche Bushaltestelle fürs Westkreuz
Zusätzliche Bushaltestelle fürs Westkreuz
Buntes Microversum für die Donnersbergerbrücke
Buntes Microversum für die Donnersbergerbrücke
Großer Ärger um kleine Häuser im Gleisdreieck Pasing
Großer Ärger um kleine Häuser im Gleisdreieck Pasing

Kommentare