Paketposthalle: BA stimmt 155-Meter-Türmen zu – stellt aber weitere Forderungen

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Behinderungen und Bauarbeiten auf der Ubostraße

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Baustelle am Pasinger Marienplatz

Entschädigungen: Geschäftsleute am Pasinger Marienplatz setzen Stadt letzte Frist

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Die Einzelhändler fordern, dass die Stadt bis Mitte August einlenkt, sonst klagen sie.

Pasing: 18 Geschäftsleute rund um den Pasinger Marienplatz kämpfen um Entschädigungen für die massiven Verluste, die sie während der Umbaumaßnahmen hatten.

Schon lange drohten einige Einzelhändler rund um den Pasinger Marienplatz mit einer Klage gegen die Stadt München. Nun haben sie eine letzte Frist gesetzt: Lenkt die Stadt bis 15. August nicht ein, wollen sie 18 Geschäftsleute auf Schadensersatz verklagen und ihr Anwalt sieht gute Chancen. Der Grund: Sechs Jahre lang war das Pasinger Zentrum eine Dauerbaustelle.

Straßen rund um den Pasinger Marienplatz monatelang nicht befahrbar

Die Straßen waren monatelang aufgerissen, um Trambahnschienen oder neues Pflaster zu verlegen. Lieferanten und Käufer kamen nicht mehr zu den Geschäften. „Wir waren über einen extrem langen Zeitraum von der Kundschaft abgeschnitten“, kritisiert Jens Krumpholz, der an der Bodenseestraße einen Parkettladen betreibt. In viele Geschäfte führten nur noch schmale und wackelige Brücken, die ungeeignet für Kinderwagen oder Rollatoren waren. „Natürlich haben sich die Leute zum Einkaufen anderweitig orientiert“, sagt Krumpholz.

Viele Händler hatten daher Umsatzeinbußen von 40 bis 60 Prozent. Jutta Nestler, Inhaberin eines Modeladens an der Spiegelstraße, sagt: „Wir haben alle wirklich geblutet.“ Rund 50 Geschäfte überlebten das nicht, darunter Traditionsläden wie das Schuhhaus Raab oder die Konditorei Glas.

Stadt ließ Pasinger Geschäftsleute allein

Auch Max Winter musste sein Lokal „Confetti“ schließen. Mit Tränen in den Augen berichtet er, wie er den Laden aufgebaut hat: „Ich habe viel investiert und die Bruchbude auf Vordermann gebracht“, sagt er. Die Baustelle habe sein Lebenswerk zerstört und ihn mit hohen Schulden zurückgelassen.

Verantwortlich dafür ist in seinen Augen die Stadt München. „Sie hat den Geschäftsleuten den Rücken zugekehrt, anstatt sie zu unterstützen“, schimpft Winter im Gespräch mit Hallo. Die Einzelhändler hätten um eine Gewerbesteuerermäßigung, Kleinkredite und einen Entschädigungsfonds gebeten. 

Doch die Stadt habe alles abgelehnt. „Grundsätzlich sind Bauarbeiten über mehrere Monate entschädigungslos hinzunehmen“, heißt es aus dem Büro von Oberbürgermeister Dieter Reiter. Das verantwortliche Baureferat betont, dass die Projektleiter während der gesamten Bauzeit mit den Gewerbetreibenden in Kontakt standen, um auf Probleme schnell reagieren zu können. Allerdings sei in einer Großstadt wie München immer mit größeren Baumaßnahmen zur Stadtentwicklung zur rechnen.

Stadt sieht Konkurrenz durch die Pasing Arcaden als Ursache für Umsatzeinbrüche 

Die Stadt vermutet zudem, dass die Konkurrenz durch das neue Einkaufszentrum verantwortlich für die Probleme vieler Einzelhändler ist. Das kann Dieter Janssen, Inhaber eines Schreibwarenladens an der Gleichmannstraße, widerlegen. Er habe sich die Erträge vor, während und nach der Baustelle angeschaut und sagt: „Man kann ganz genau ablesen, dass nur während der Arbeiten 2011, 2012 und 2013 eine Delle existiert.“

Deshalb fordern Krumpholz und seine Mitstreiter Entschädigungszahlungen von der Stadt. Da sich die bisher nicht verhandlungsbereit zeigt, ziehen die Händler wohl bald vor Gericht. Ihr Anwalt Michael Duvernoy sieht keine schlechten Chancen: „Meines Erachtens sind die Voraussetzungen für Schadensersatz gut.“ In anderen Städten habe es bei ähnlichen Fällen Entschädigungszahlungen gegeben.
A. Schwarzbauer

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