Lärm, Smog und wenig Platz

Zu eng, zu laut: Grüne kritisieren Arbeiterwohnheim am Bahnhof Aubing

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Direkt hinter dem Zaun verlaufen die Bahnschienen.
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Direkt hinter dem Zaun verlaufen die Bahnschienen.
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Aubing: Zwei Container mit 65 Betten stehen seit kurzem neben dem Aubinger Bahnhof. Die Grünen kritisieren die mangelnde Wohnqualität der Anlage direkt an der Bahnlinie.

Nur wenige Meter entfernt rauscht ein Zug an den beiden Containerhäusern vorbei. Blaue und rote Plastikrohre, Bauzäune und Schutt prägen das Gelände, wüst sieht es aus. Seit kurzem stehen dort direkt an der Bahnlinie an der Georg-Böhmer-Straße in Aubing die massiven Containergebäude. Sie werden demnächst als Arbeiterwohnheim für 65 Personen genutzt. Baufirmen, die im Neubaugebiet in Freiham tätig sein werden, wollen dort ihr Personal unterbringen.

Dagmar Mosch, Sprecherin der Grünen im Aubinger Bezirksausschuss, und ihre Partei­freunde sind nicht grundsätzlich gegen die Arbeiterwohnungen, aber sie wollen eine vernünftige Lösung mit einer gewissen Wohnqualität, wie Mosch betont. Daher stellten sie dem zuständigen Planungsreferat eine Reihe von Fragen bezüglich der Gestaltung der Wohnanlage.

Bisher gebe es weder eine Lärmschutzwand noch irgendwelche Aufenthaltsflächen, bemängeln die Grünen. Außerdem kritisieren sie die Abstände zwischen den Containern als zu gering. „Es ist nur sehr sehr begrenzt Platz“, sagt Mosch.

Sie befürchtet, dass der Eigentümer dadurch, dass das Heim vorerst nur zehn Jahre genutzt werden soll, zahlreiche Vorgaben vor allem hinsichtlich Lärm- und Emissionsschutz umgehen kann. Sie sagt: „Sollte das so sein, ist das eine Sauerei. Die Arbeiter sind genauso Menschen und jeder sollte in seiner Gesundheit geschützt werden.“

Ingo Trömer vom Planungsreferat teilte auf Hallo-Nachfrage mit, dass dort noch Grünflächen entstehen werden. Eine Lärmschutzwand hat die Lokalbaukommission nicht vorgeschrieben. Trömer sagt aber: „Natürlich muss der Bauherr Sorge dafür tragen, dass der gesetzliche Rahmen eingehalten wird.“ Dies kann allerdings auch durch Schallschutzfenster erfolgen. Der Abstand zur Bahnlinie entspreche den Vorgaben. Das Planungsreferat lobt zudem, dass der Bauherr mit 15 sogar mehr Stellplätze vorgesehen hat, als vorschrieben sind.

Wie die Fläche genutzt wird, ist schon seit Jahren Thema in Aubing. Lange Zeit war dort ein nicht-genehmigter Auto­handel. Als dieser weichen musste, ließ der Eigentümer verschiedene Möglichkeiten durch eine Bauvoranfrage prüfen: ein Supermarkt, Studentenwohnungen, Reihenhäuser oder eben ein Arbeiterwohnheim. Er entschied sich schließlich für letzteres. mjh/andy

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