Rondell statt steiler Treppe

Bürgervereinigung Aubing: Vorschlag für barrierefreie Unterführung am Bahnhof

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Ein Rondell statt der steilen Treppe schlägt die Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing um Karin Binsteiner und Franz Fürst vor, damit die Bürger barrierefrei zum Bahnsteig und von Aubing nach Neuaubing kommen.

Aubing - „Der Zustand ist für uns nicht länger hinnehmbar“: Laut Bürgervereinigung Aubing muss der Bahnhof endlich barrierefrei werden - hierfür lieferten Mitglieder einen konkreten Vorschlag mit Kiosk und Fahrradgarage

Die Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing bringt frischen Wind in die Diskussion um den Aubinger Bahnhof: Ein schneckenförmiges Rondell soll die Unterführung barrierefrei machen.

Steile Treppe statt barrierefreie Verbindung am Aubinger Bahnhof

Von links: Die Mitglieder der Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing Franz Fürst, Karin Barnsteiner und die Architekten Gerhard Feuser und Manfred Huber präsentierten ihren Vorschlag für eine barrierefreie Unterführung in Aubing.

Seit dem Abriss des alten Bahnhofsgebäudes in den 70er-Jahren fehlt es an vielem, vor allem aber an Rampen und Aufzügen, die es auch Gehbehinderten, Familien mit Kinderwägen oder Reisenden mit Gepäck ermöglichen würden, die Bahn problemlos zu nutzen. Aber nicht nur das Erreichen der Bahnsteige ist ein großes Problem: Auch die Fußgängerverbindung von Aubing nach Neuaubing führt unter den Gleisen hindurch und ist durch wegen der steilen Treppe nicht barrierefrei. „Der Zustand ist für uns nicht länger hinnehmbar“, erklärt Franz Fürst, Mitglied der Bürgervereinigung bei der Präsentation eines neuen Bahnhofskonzeptes. Dieses hatte die Bürgervereinigung gemeinsam mit einem Architekturbüro ausgearbeitet.

Eine klassische Rampe wie sie an anderen Bahnhöfen, beispielsweise in Allach, besteht, lehnen die Architekten ab. „Eine Rampe braucht zu viel Platz. Denn die Neigung darf nicht mehr als sechs Prozent betragen, damit sie auch für Rollstuhlfahrer zu bewältigen ist“, erklärt Architekt Gerhard Feuser. Stattdessen ist eine schnecken­ähnliche Spirale der Kern des Konzepts: Auf einer Länge von 80 Metern führt sie im Kreis mit geringer Steigung nach unten. „In der Nacht werden LED-Leuchten den Weg erhellen, sodass die Gleise auch dann noch sicher und ohne Angst erreicht werden können“, erklärt Architekt Manfred Huber. Über Aufzüge sollen die Fahrgäste von der Unterführung zum Bahnsteig gelangen.

Bahnhofvorplatz soll ebenfalls umgestaltet werden

So oder so ähnlich könnte sich das geplante Rodell in die Landschaft einfügen.

Den Bahnhofsvorplatz wollen die Architekten ebenfalls umgestalten. Vor der Unterführung soll eine Grünfläche entstehen, die Georg-Böhmer-Straße einige Meter nach Norden verschwenkt werden. Auch eine Bushaltestelle direkt am Bahnhof gehört zum Konzept. Östlich soll über den P&R-Plätzen ein Neubau entstehen. Im Erdgeschoss wäre Raum für Fahrräder und Autos sowie einen Kiosk. Ins Obergeschoss könnten Büros, Arztpraxen oder Wohnungen kommen.

Bereits 2015 beschloss die Stadt, dass zumindest die Fußgängerverbindung zwischen den beiden Ortsteilen barrierefrei werden soll. Aktuell läuft eine Machbarkeitsstudie des Baureferats. „Da die Stadt auf Bahngrund nicht bauen darf, ist das Bürgerkonzept ohne die Mitarbeit der Deutschen Bahn nicht umsetzbar“, erklärt Robert Adam vom Planungsreferat. „Das Konzept stellt eine Möglichkeit dar, die wir an die Bahn weiterleiten möchten. Kurzfristig muss die Stadt aber wahrscheinlich eine Notlösung realisieren.“ Franziska Schmock

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