Fahrradstraße für Pasing?

Bürger fordern mehr Sicherheit für Schüler – Stadt drückt auf die Bremse

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Johannes Sander wünscht sich, dass die Georg-Habel-Straße eine Fahrradstraße wird.

Pasing - Täglich grüßt das Murmeltier: Hunderte Schüler radeln zu den örtlichen Schulen - Autofahrer nehmen wenig Rücksicht: Besorgte Eltern fordern mehr Sicherheit für den Radverkehr

Hunderte von Schülern sind morgens und mittags mit dem Radl auf der Georg-Habel- und der Josef-Retzer-Straße unterwegs. Sie fahren zu den vier Schulen (Elsa-Brändström-Gymnasium, Max-Planck-Gymnasium, Realschule an der Blutenburg, Grundschule am Schererplatz), die sich in der Umgebung befinden. Regelmäßig komme es dabei zu brenzligen Situationen mit dem Autoverkehr, so Christiane Lindenthal, Vorsitzende des Elternbeirats am Max-Planck-Gymnasium. Denn eine Fahrradweg gibt es nicht. „Die Kinder fahren im Pulk nebeneinander und die Wagen oft schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer“, so Lindenthal. Auch Anwohner Johannes Sander sagt: „Die Kinder sind dem Autoverkehr ausgeliefert.“ Schwere Unfälle habe es zwar noch nicht gegeben, aber erst vor kurzem sei ein Schüler angefahren worden, so Sander.

Deshalb fordern er und Lindenthal, dass die Stadt die Verbindung zwischen Landsberger und Weinbergerstraße zur Fahrradstraße umwidmen soll. Voraussetzung dafür sei, dass der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart sei, teilte Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats, mit.

Für Sander ist dies der Fall: Allein zum Max-Planck-Gymnasium seien täglich 150 Schüler mit dem Radl unterwegs. Außerdem seien die beiden Straßen ein beliebter Zubringer zum Münchner Radlnetz. „Das Aufkommen an radelnden Schülern und Wochenend-Radlern ist so stark, dass eine Fahrradstraße mehr als gerechtfertigt ist“, so Sander.

Für die Autofahrer würde sich seiner Meinung nach nicht viel ändern. Allerdings wären sie stärker sensibilisiert, dass dort viele Radler unterwegs sind. „Das Nebeneinander der Verkehrsteilnehmer wäre besser.“

Laut Kreisverwaltungsreferat würde eine Fahrradstraße jedoch schon Änderungen nach sich ziehen: Autos müssten mit einer angemessenen Geschwindigkeit fahren, die unter 30 Stundenkilometern läge. Außerdem sei eine Fahrradstraße immer vorfahrtsberechtigt. Dafür gebe es keinen Anlass: Auf den beiden Straßen seien keine Schulwegprobleme bekannt, so Mayer vom Kreisverwaltungsreferat. Zur Erhöhung der Sicherheit sei zudem an der Ampel der Kreuzung Josef-Retzer- und Bäckerstraße regelmäßig ein Schulweghelfer im Einsatz.

Die Pasinger Bürgerversammlung stimmte dennoch mit großer Mehrheit für den Antrag. Das Kreisverwaltungsreferat prüft den Antrag und zählt den dortigen Verkehr. 

Andreas Schwarzbauer

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