Die Arcaden sind der neue Hotspot für Banden –  Die Polizei rät, kein Geld zu geben

Bettler-Banden pilgern nach Pasing

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Fußgängerzonen und Shoppingcenter, wie hier die Pasing Arcaden, ziehen Bettelbanden an.

Pasing – In der Altstadt ist das Betteln seit geraumer Zeit verboten. Stattdessen weichen osteuropäische Banden jetzt in die Außenbezirke aus – etwa an die Pasinger Arcaden...

Das Bild ist bekannt: Menschen laufen mühsam an Krücken, manchen fehlen Glied­maße, viele kauern am kalten Boden und sie halten leere Becher in der Hand. Eines haben diese Gestalten gemeinsam: sie betteln. Bisher kannte man das Bild aus der Innenstadt, aus der Sendlinger Straße, dem Tal – osteuropäische Bettlerbanden nutzen die belebten, einkaufsstarken Zonen dazu, Passanten den ein oder anderen Euro abzufordern. Jetzt haben sie auch den Münchner Westen erobert: An den Pasing Arcaden haben Bürger das Phänomen nun öfter beobachtet und sorgen sich.

„Wir hatten in den vergangenen Tagen wieder vereinzelte Fälle von Bettlern“, bestätigt die Verwaltung der Pasing Arcaden auf Hallo-Nachfrage. Auch die Polizei bestätigt, dass Pasing mittlerweile ein bekannter Nebenschauplatz ist. Die organisierten Bettelbanden ziehen durch München. Nachdem in der Altstadt das Betteln verboten ist, weichen die osteuropäischen Banden nun in die Außenbezirke aus“, erklärt Sven Müller, Sprecher der Münchner Polizei.

„Das sogenannte ‚stille Betteln’ liegt in einer rechtlichen Grauzone. So lange die Bettler weder den Publikumsverkehr behindern oder aggressiv betteln, ist es keine Straftat“, erklärt Müller. Die Polizeiinspektion Pasing (PI 45) habe das Geschehen mit ihren Beamten im Blick, greift in Einzelfällen auch ein, so Müller.

Johannes Meyer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats, konkretisiert: „Organisiertes Betteln ist schwer nachzuweisen. Aber aggressives Betteln oder in den Weg stellen ist eine unerlaubte Sondernutzung von öffentlichem Grund und kann sofort mit Bußgeld geahndet werden.“ Anzeigen nimmt nur die Polizei auf. Sie gibt sie weiter an die Bußgeldstelle. Bis dahin sind die Bettler möglicherweise längst weitergezogen. Ein einfacher Tipp der Münchner Polizei: „Nichts geben. Wenn sich das Geschäft für die Bettler nicht lohnt, dann ziehen sie weiter.“

Bis dahin wird im Falle eines Falles das Team der Pasing Arcaden aktiv: „Unser Sicherheitsdienst bittet diese Personen, das Grundstück zu verlassen, sollten sie sich darauf aufhalten.“

Marie-Julie Hlawica

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