Verkehrsanbindung von Freiham

Aubinger wollen Umgehungsstraße

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Kommt hier Aubings neue Umfahrung?

Aubing: Die Straßen in Aubing sind schon jetzt an ihren Kapazitätsgrenzen. Wenn in einigen Jahren noch die Autos der 30 000 neuen Einwohner aus Freiham dazukommen, droht ein Verkehrs­chaos.

Aubing soll eine Umgehungsstraße bekommen – zumindest wenn es nach der Mehrheit der Bürger geht, die bei einerInformationsveranstaltung zum Thema „Verkehrliche Anbindung Freiham und Aubing“ zu Gast waren. Durch das neue Stadtviertel wird sich der Autoverkehr in Aubing erheblich erhöhen.

Erhebliche Steigerung der Fahrten in Aubing

Die Freihamer werden vor allem über den Bahnübergang am Germeringer Weg nach Alt-Aubing fahren. Dort wird sich der Verkehr von derzeit 2000 Fahrten am Tag auf 10 000 verfünffachen. Von dort gelangen die Fahrzeuge auf die Alto- und die Limesstraße (für Zahlen siehe unten), die schon heute massive Probleme haben. 

Um Freiham anzubinden, hat das Planungsbüro Obermeyer mehrere Varianten erarbeitet, die Ingenieur Tom Seufert den rund 150 interessierten Bürgern vorstellte. 

Alleinige Anbindung Freihams über Ubostraße

Den Vorschlag der Bahn, den Verkehr allein über Germeringer Weg und Ubostraße zu leiten, hielt er wegen der Größe der Straßen nicht für umsetzbar. Wenn die Autos zusätzlich die Georg-Böhmer-Straße, die am Aubinger Bahnhof vorbeiführt, nutzen können, überfordert das nach Ansicht der Planer die Altostraße. Seufert sagte: „Das ergibt eine so große Verkehrsbelastung. Mit zwei Spuren geht das nicht. Diese Anbindung ist wenig zukunftsträchtig.“

Nutzung der Pretzfelder Straße

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Fahrzeuge über die Pretzfelder Straße durch Neuaubing zu schleusen. Seufert sagte: „Dann haben die Anwohner dort unglaublich viel Verkehr und die Autos kommen trotzdem nach Alt-Aubing.“

Umgehungsstraße mit Nachteilen

Die letzte Variante war eine Umgehungsstraße, die vom Bahnübergang westlich von Aubing zur Eichenauer Straße verläuft. Die Straße könnte zudem auf dem Aubinger Tunnel weiter Richtung Norden verlaufen, um Aubing noch mehr zu entlasten. Diese Lösung halbiere die Verkehrsbelastung für die Ubostraße und fange den Verkehr ab, der von Puchheim zur Autobahn will. Die Flächen seien größtenteils in öffentlichen Besitz, so Seufert.

Die Nachteile sind dabei allerdings, dass die Straße ein großes Naherholungsgebiet zerschneiden und die dortige Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigen würde. Außerdem wäre sie attraktiv für den Schleichverkehr von der Autobahn.

Aubinger mit eindeutiger Präferenz

Dennoch sprachen sich die Aubinger überwiegend für diese Variante aus. Allerdings befürchteten sie eine zu hohe Verkehrsbelastung für die Eichenauer Straße. Sie sollte deshalb nur noch für landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Anlieger frei sein, lauteten die Vorschläge. Viele Bürger zweifelten die prognostizierten Verkehrszahlen an. Sie seien viel zu niedrig. Außerdem bemängelten sie, dass das Planungsbüro nur den Bereich um den Aubinger Bahnhof betrachtet hat und nicht zusätzlich die Auswirkungen des neuen Stadtviertels in Freiham auf Lochhausen, Neuaubing und vor allem die Bodenseestraße.

Das Planungsbüro wird die Anregungen berücksichtigen, ehe es seine Pläne dem Stadtrat zu Entscheidung vorlegt. Anschließend wird es erneut einen Bürgerdialog geben.
Andreas Schwarzbauer

Verkehrszahlen

Fahrten  pro Tag: heute/2030

Bahnübergang Germeringer Weg: 2000/10.000.

Georg-Böhmer-Straße: 1000/3500.

Ubostraße: 5000/6000.

Altostraße (zwischen Bergson- und Fabrikstraße): 11.000/16.500.

Altostraße (zwischen Ubostraße und Unterführung): 15.500/19.500.

Limesstraße: 16.500/21.500.

Bergsonstraße: 7500/11.000.

Eichenauerstraße: 6000/8000.

Altostraße nach Lochhausen: 6500/9500.

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