Handwerker, Psychologe, Hilfspolizist

Spukhäusern und Bankräubern auf der Spur

Roland Bauer aus Aubing hat sich dazu entschlossen, all seine überraschenden, verrückten, traurigen, gruseligen und witzigen Erlebnisse aufzuschreiben. Jetzt ist ein Buch daraus geworden.
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Roland Bauer aus Aubing hat sich dazu entschlossen, all seine überraschenden, verrückten, traurigen, gruseligen und witzigen Erlebnisse aufzuschreiben. Jetzt ist ein Buch daraus geworden.

Aubing - Von wegen nur den Weg kehren und Wasserhähne reparieren: Lesen Sie hier, welch kuriose Erlebnisse der Aubinger Roland Bauer als Hausmeister gemacht hat.

Ein Buch über sein Leben als Hausmeister hat der Aubinger Roland Bauer geschrieben. „Ich will, dass man den Hausmeister ein bisschen besser versteht“, erklärt der 57-Jährige. Hausmeister sei ein Beruf, den viele unterschätzen. „Man ist Handwerker, Wasserträger, Psychologe und Kummerkasten“, so Bauer. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Bauer als Hausmeister in einer Neuaubinger Wohnanlage mit rund 300 Wohnungen. Irgendwann beschloss er, seine Erlebnisse aufzuschreiben. 

In drei Monaten hat er alles zu Papier gebracht. Aber das Ganze in Buchform zu bekommen, sei aufwändig gewesen: „Ich kann zwar mit der Zange umgehen, aber ein Buch zu schreiben, ist eine ganz andere Nummer.“ Zwei Jahre habe er seine Texte in Kapitel gegliedert, Korrektur gelesen und an den Formulierungen gefeilt. Auf 230 Seiten hat er nun 84 kleine Geschichten niedergeschrieben, die zum Schmunzeln, Kopfschütteln, traurig oder gruselig sind. „Ich habe so geschrieben, wie ich denke und fühle“, sagt Bauer. Der Titel „Einstweilen vielen Dank“ spielt auf den häufigsten Satz an, den Bauer als Hausmeister hört. Seine besten Geschichten hat der Hausmeister Hallo verraten.

Einmal half Bauer der Polizei bei der Festnahme eines Serien-Bankräubers: Immer mittwochs überfiel der Täter eine Bank gegenüber der Wohnanlage und verschwand danach spurlos. Die Polizisten präparierten daraufhin Banknoten mit einem Sicherheitspäckchen, das während der Flucht explodierte. „Seine Wohnung war in der Anlage, die ich betreute. Der Hauseingang war nun nicht mehr gelb, sondern rosa.“ Die Polizei wussten, in welchem Haus der Täter wohnte. Vor der Festnahme beschrieb Bauer den Beamten die Örtlichkeiten, sodass sie den Mann problemlos verhaften konnten.

An Silvester schrieb Bauer einen Zettel, auf dem er bat, den Silvestermüll nicht liegenzulassen, sondern zu entsorgen.
Die Mieter nahmen ihn beim Wort: Am nächsten Morgen war die Mülltonne durch die heißen Böller geschmolzen und nur noch zehn Zentimeter hoch. 

Sogar ein „Spukhaus“ betreute Bauer.
Innerhalb eines halben Jahres „verschwanden“ dort vier der sechs Parteien. Zwei alleinstehende Männer begingen Selbstmord, ein altes Ehepaar verstarb zeitgleich an einem Herzinfarkt und eine Frau zog daraufhin aus. Manchmal seien Wohnungen, in denen jemand gestorben war, nicht so leicht wieder zu vermieten, so Bauer. Aber hier sei das kein Problem gewesen: „Der neue Mieter hatte eine Frau dabei, die vertrieb die bösen Geister.“ 

Als Hausmeister bekommt Bauer viele tragische Schicksale mit:
Eine Mieterin rief Bauer jeden Tag um 16.30 Uhr an und musste gar nichts mehr sagen. Bauer kam zu ihrer Wohnung, stemmte sich gegen die Türe und schob sie langsam auf. Der Ehemann der Frau war Alkoholiker und trank jeden Tag vor der Wohnungstüre bis zur Bewusstlosigkeit. Dort lag er immer, wenn seine Frau nach Hause kam. 

Andreas Schwarzbauer

Das Buch „Einstweilen vielen Dank“ von Roland Bauer gibt es im Internet unter www.epubli.de.

Lesung bei der Stadtteilwoche

Im Rahmen der Stadtteilwoche liest Bauer am Sonntag, 10 Juni, ab 19 Uhr im Ubo 9 (Ubostraße 9) aus seinem Buch. Bereits am Donnerstag, 7. Juni, eröffnet er dort eine Ausstellung mit selbst gemalten Bildern. Die Stadtteilwoche geht von Donnerstag, 7., bis Mittwoch, 13. Juni. An 27 Spielorten finden verschiedene Veranstaltungen statt.

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