„Erfolg auf Kosten anderer“

Anwohner ärgern sich über Markierungen für Stellplätze auf der Meyerbeerstraße

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Durch die Parkflächen wird es auf der Meyerbeerstraße eng und der Verkehr wird ausgebremst, finden einige Anwohner.

Pasing/Obermenzing: Nach der Tempo-30-Regelung konnte die Interessengemeinschaft Offenbach-/Meyerbeerstraße (IGOM) einen weiteren Erfolg erreichen.

Seit kurzem sind auf der Meyerbeerstraße an drei Stellen zusätzliche Parkplätze markiert, durch die die Fahrbahn verschwenkt wird. Dadurch sollen die durchfahrenden Autos weiter ausgebremst werden. Doch dagegen regt sich nun bei einigen Anwohnern Widerstand. „Man hat Tempo 30 erreicht und sollte es jetzt mal gut sein lassen“, sagte Evi Prüller auf der vergangenen Sitzung des Bezirksausschusses.

Meyerbeerstraße als wichtige Querverbindung

Die Straße sei eine wichtige Querverbindung zwischen Pasing und Obermenzing, der Verkehr müsse dort halbwegs fließen können. Genau das verhindern nach Prüllers Ansicht allerdings die neuen Markierungen. Dadurch werde die Fahrbahn so schmal, dass ein Bus und ein Auto nicht gleichzeitig aneinander vorbeifahren könnten und entgegenkommende Wagen auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen müssten. Dadurch steige die Abgas- und Lärmbelastung in der gesamten Straße.

Tempo 30 nicht an Straßenprofil erkennbar

Maria Ecke-Bünger und Johannes Paula von der Interessengemeinschaft widersprechen: „Bei Tempo 30 erreicht man innerorts den besten Verkehrsdurchfluss.“ Autofahrer, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten, kämen problemlos aneinander vorbei. „Nur wer schneller fährt, wird ausgebremst“, so Ecke-Bünger. Sie hält die Parkmarkierung für wichtig, da die Straße sehr breit sei und somit ein „selbsterklärendes Fahrbahnprofil“ fehle. Die Autofahrer nähmen sie deshalb nicht als Tempo-30-Straße wahr, glaubt Ecke-Bünger.

Vorwürfe an Interessengemeinschaft

Prüller kann das nicht überzeugen. Sie ärgert sich, dass einige Stellplätze direkt gegenüber ihres Grundstücks liegen: „Das führt dazu, dass die Fahrzeuge rund zwei Meter näher an unserem Haus vorbeifahren. Das Aus- und Einfahren auf unser Grundstück ist zudem erheblich risikoreicher als bisher.“ Für Prüller sind die Markierungen ein „untauglicher, willkürlicher Versuch, uns das Leben eher zu erschweren“. Der Interessengemeinschaft wirft sie vor: „Sie wollen ihre Wünsche auf Kosten anderer durchsetzen.“

Dagegen wehren sich Ecke-Bünger und Paula. Seit mehr als 50 Jahren vertrete die Interessengemeinschaft die Anwohner des Straßenzuges. „Im Jahr 2010 gab es eine Einwohnerversammlung, die einstimmig alle Forderungen der IGOM mitgetragen hat, unter anderem den Rückbau.“ Die Mitglieder verträten zudem keine eigenen Interessen, sondern forderten die Herstellung gesetzeskonformer Verhältnisse, denn Durchgangsverkehr und Lärmbelastung lägen weit über den vorgeschriebenen Grenz­werten.

Andreas Schwarzbauer

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