War das schon alles?

Wegen Kommunikationsproblemen: Städtische Stellen verpassen Chance auf Jugendtreff

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Zwar gibt es am Friedhof einen kleinen Treff, der mithilfe des Kinder- und Jugendfonds angelegt wurde, aber er reicht bei weitem nicht aus.

Lochhausen braucht einen Jugend­treff. Das weiß auch die Stadt. Da trifft es sich gut, dass die GWG demnächst einen Teil des Neubaugebiets an der Henschelstraße bebaut. Dachte man zumindest...

Lochhausen – Schon seit einigen Jahren fordern die Lochhausener einen Jugendtreff. Die Stadtverwaltung sieht zwar inzwischen auch Bedarf, hat aber nun eine ideale Gelegenheit verpasst.

Im Neubaugebiet an der Henschelstraße bebaut die städtische Wohnungsgesellschaft GWG einen Teil der Fläche. „Die geplante GWG-Bebauung an der Henschelstraße wäre für eine neue Einrichtung ein geeigneter Standort“, so das Planungsreferat. Der Haken: Die Stadtverwaltung bekundete zu spät Interesse. Aufgrund des fortgeschrittenen Planungsstands sei ein Jugendtreff mit eigenem Gebäude nicht mehr zu realisieren, teilte die GWG mit.

Jahrelange Forderung nach Angebot für Jugendliche

„Wir haben seit Jahren die Forderung, einen geeigneten Treffpunkt für Kinder und Jugendliche in Lochhausen zu schaffen“, kritisiert der Vorsitzende des örtlichen Bezirksausschusses, Sebastian Kriesel. Doch die Stadtverwaltung sei zu spät auf die GWG zugegangen. „Hier arbeiten die Stellen nicht miteinander, sondern nebeneinander. Das ist sehr schade.“

Auch eine Gruppe von Lochhausener Müttern ärgert sich. Sie hatten 2017 beim Kinder- und Jugendforum einen Jugend­treff gefordert. „Es gibt keinen Ort, wo Jugendliche einfach zusammensitzen, ratschen und Karten spielen können“, sagt Judit Grünwald. Zwar seien inzwischen mithilfe des Kinder- und Jugendfonds des Bezirksausschusses zwei mobile Treffpunkte – eine Lounge mit sechs Klappstühlen und ein Weidenhaus – verwirklicht worden. Aber: „Die Treffpunkte sind miniklein und haben nichts mit einem richtigen Jugendzentrum zu tun“, sagt Grünwald.

Verwaltung sieht Bedarf für 800 Quadratmeter großen Treff

BA-Chef Kriesel stimmt zu und sagt: „Lochhausen wächst und es ziehen viele junge Familien dorthin.“ Er fordert, dass die Stadtverwaltung umgehend einen geeigneten Standort finden und sichern muss.

Der Stadtrat hat immerhin ein mobiles Jugendprojekt für Lochhausen mit einer Teilzeitstelle genehmigt. Das könnte beispielsweise ein Angebot, wie der Bauwagen „Boombox“ in Freiham sein. Die Planungen laufen derzeit. Allerdings räumt selbst das Planungsreferat, dass dies nicht reicht. Es sieht Bedarf für einen festes Haus mit 800 Quadratmetern Gesamtfläche. Deshalb will die Verwaltung nun klären, ob doch noch ein Jugendtreff in die GWG-Planung integriert werden könnte.

Andreas Schwarzbauer

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