Stadt will westliche Pasteurstraße zur Sackgasse machen – Anwohner protestieren

Hängt uns nicht ab!

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Massiver LKW-Verkehr und zugeparkte Straßen, bis hin zu dreisten Falschparkern sind Alltag in der Schöll- und Pasteurstraße.

Den Anwohnern der Pasteurstraße reicht’s: Gertraud Spillner und ihre Nachbarn leiden unter zugeparkten Straßen, einem fehlenden Radweg sowie ständigem Schwerlastverkehr. Nun plant die Stadt überraschend, die westliche Pasteurstraße zur Sackgasse zu machen. Was dahintersteckt, was der BA dazu sagt, lesen Sie hier.

Protest in Allach: Die Anlieger der Pasteurstraße wehren sich gegen die Pläne der Stadt, die Straße in der Mitte abzutrennen, sobald die neue Verbindungsstraße zwischen der Ludwigsfelder- und Pasteurstraße gebaut ist (Hallo berichtete). „Wir wollen auf keinen Fall abgenabelt werden“, sagt Gertraud Spillner (60, Foto re.o.), die im östlichen Abschnitt, der sogenannten Hausmannsiedlung, wohnt. Unterstützung bekommen sie und ihre Nachbarn vom Bezirks­ausschuss (BA) Allach-Untermenzing. „Wir wollen, dass die LKWs künftig über die neue Straße fahren. Aber wir sind einstimmig gegen eine Abhängung der Pasteurstraße“, sagt Viertelchefin Heike Kainz (CSU, re.u. Foto). 

Gertraud Spillner (60)

Bürger und BA fühlen sich von der neuen Planung überrumpelt. Seit Jahren wird die neue Verbindungsstraße durch das Junkers-Gelände gefordert, um den Schwerlastverkehr aus den Wohnstraßen umzuleiten. Von einer Teilung der Pasteurstraße war dabei bislang aber nie die Rede gewesen. Erst in den Plänen, die vor kurzem öffentlich ausgelegt wurden, tauchte dieser Vorschlag des Planungsreferats plötzlich auf. „Er soll vor allem die Bewohner der westlichen Pasteurstraße vor Schleichverkehr schützen“, erklärt Referatssprecher Thorsten Vogel. 

Viertelchefin Heike Kainz (CSU)

„Dass die Pasteur- und die Schöllstraße entlastet werden sollen, ist in Ordnung. Aber ich bin dagegen, dass unsere Verbindung zur Eversbuschstraße gekappt wird“, betont Spillner. Sie befürchtet neben Umwegen für die Anwohner dann erst recht Schleichverkehr von Norden im östlichen Abschnitt der Pasteur- und in der Wilhelm-Zwölfer-Straße – und das zusätzlich zu den Verkehrsproblemen, die die Bürger jetzt schon plagen: zugeparkte Straßen und Gehwege, kein Radweg sowie abgestellte Lastwagen, in denen die Fahrer sogar öfter übernachten würden.

Auch das haben die Anlieger dem BA jetzt geschildert. „Die Parksituation hat sich extrem verschärft“, sagt Alexandra Christoph (39). Verursacher sollen nach Beobachtungen der Anlieger hauptsächlich Mitarbeiter der Firma Remondis sein. Das Recycling-Unternehmen beschäftigt dort nach Angaben von Firmen-Sprecher Michael Schneider rund 100 Mitarbeiter. „Unsere Beschäftigten parken auf öffentlichem Grund. Das ist ihr gutes Recht“, sagt er. Allerdings werde darüber nachgedacht, die Situation zu verbessern. „Im Zuge der Neuorganisation des Junkers-Geländes gibt es Überlegungen, dort Flächen anzumieten, um Mitarbeiter-Parkplätze anzubieten“, sagt er. Gerüchte, Remondis wolle das Betriebsgelände erweitern, weist er zurück. „Es gibt keine Erweiterungspläne.“

Der BA hat damit mehrere Aufträge aus der Pasteurstraße, allen voran eine Abhängung zu verhindern und die Parksituation zu verbessern. ul

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