Ambulanter Hospizdienst der Caritas

Reden über Leben und Tod

Seit 25 Jahre bietet der ambulante Hospizdienst der Caritas Trost und Ansprache für Sterbende.

Elvira Ludwig wird sterben. Im Juni hat sie erfahren, dass in ihrer Bauchspeicheldrüse ein bösartiger Tumor wächst. Angst vor dem Tod hat die 76-Jährige nicht, Angst vor den Schmerzen schon. Da hilft es, jemanden zum Reden zu haben. Und deswegen sind ihr die Besuche von Waltraud Hiepp so wichtig. Jeden Mittwoch kommt die 50-jährige Hospizbegleiterin in Ludwigs Wohnung. „Wir unterhalten uns über Gott und die Welt“, sagt die 76-Jährige. Auch übers Sterben. Eine Chemotherapie oder Bestrahlungen hat Ludwig abgelehnt. „So kann ich mich in aller Ruhe und im vollen Bewusstsein, dass ich sterben muss, darauf einrichten“, sagt die ehemalige Krankenschwester. Dazu gehören auch die Gespräche mit der Hospizbegleiterin.

Die 50-jährige Obermenzingerin engagiert sich seit fünf Jahren ehrenamtlich beim Ambulanten Hospizdienst der Caritas am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, der jetzt seit 25 Jahren besteht (siehe Info unten). Hiepp ist selbst Krankenschwester, als dreifache Mutter aber seit elf Jahren nicht mehr berufstätig. „Beim Hospizdienst kann ich den Patienten Zeit schenken, was im Klinikalltag kaum möglich ist“, sagt sie.

Ihre Besuche bei Elvira Ludwig dauern in der Regel etwa zwei Stunden. „Je nachdem, wie es ihr geht. Ich lasse mich immer auf die Situation ein, die gerade da ist.“ Wenn die 76-Jährige Anfang November für einen operativen Eingriff ins Krankenhaus muss, wird Hiepp sie auch dort besuchen.

Mit der 50-Jährigen sind beim Hospizdienst aktuell 47 Begleiter aktiv, davon sechs Männer. Sie helfen Schwerstkranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen zu Hause, in Altenheimen oder Krankenhäusern. „Teils haben sie einen beruflichen Hintergrund wie Frau Hiepp, teils persönliche Erfahrungen, wenn jemand verstorben ist und Angehörige gute Erfahrungen mit dem Hospizdienst gemacht haben, und ein Teil sind einfach Leute, die sich ehrenamtlich engagieren möchten“, sagt Schwester Therese Jäger (51, kl. Foto), die den Caritas-Dienst seit zwei Jahren leitet. 

Dazu gehört auch die Aus- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen. Jedes Jahr gibt es einen Vorbereitungskurs für 15 Teilnehmer. Er umfasst 120 Stunden und ist Voraussetzung für den Einsatz als Hospizhelfer. „Ohne Vorbereitung wäre so eine komplexe, anspruchsvolle Aufgabe nicht möglich.“ul

Festgottesdienst und Kunstausstellung

Das 25-jährige Bestehen des Ambulanten Hospizdienstes des Caritas wird am Dienstag, 18. Oktober, mit einem Gottesdienst mit Abt Johannes Eckert und Caritasdirektor Hans Lindenberger in der Krypta der Basilika St. Bonifaz, Karlstraße 34, gefeiert. Beginn ist um 19 Uhr. Beim anschließenden Festakt im Saal des Zentrums St. Bonifaz geben Hospizbegleiter mit der Pantomime „umsonst, aber nicht vergebens“ einen Einblick in ihre Tätigkeit. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Romanstraße 93, ist noch bis 22. November eine Ausstellung zum Thema unter dem Titel „Auf den leisen Atem hören“ zu sehen.

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