Die große Hallo Bayern Messe geht an den Start – Das erwartet Sie

Hallo Bayern - die Messe für das bayerische Lebensgefühl

Die große Hallo Bayern Messe geht an den Start – Das erwartet Sie

Die große Hallo Bayern Messe geht an den Start – Das erwartet Sie

Kein Platz für drei Generationen

Trotz massiver Nachverdichtung: Diese Familie darf nicht anbauen

+
Auf der Rückseite ihres Hauses möchte Familie Bader anbauen, doch die Stadt hat bereits zwei Voranfragen abgelehnt.

Untermenzing – Wenn sich Friedrich und Karin Bader und ihre Kinder in ihrem Viertel in Untermenzing umschauen, wurde und wird überall gebaut. Nur sie selbst dürfen ihr Haus nicht vergrößern...

Noch kann Antonia (3) im Zimmer ihrer Eltern Martin Bader (39) und Karin Steger (39) schlafen. Doch das geht nicht ewig gut. Und im kleinen Kinderzimmer bei ihrer Schwester Laura (7) ist kein Platz. Auch der erste Stock, wo Martins Eltern Karin (81) und Friedrich (80) Bader leben, bietet keine Ausweichmöglichkeit. 

Antonia (3) hat sich im Flur eine kleine Ecke eingerichtet.

Damit die drei Generationen unter einem Dach bleiben können, wollen sie jetzt anbauen. Doch die Stadt stuft die Lage am Ende der Helferichstraße als Außenbereich ein und hat schon zwei Bauvoranfragen abgelehnt. „Das können wir nicht nachvollziehen, so wie in der ganzen Gegend nachverdichtet wird“, erklärt Martin Bader. Er und seine Eltern haben nun den Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing um Hilfe gebeten.

Die erste Absage seitens der Lokalbaukommission (LBK) bezog sich auf einen zweigeschossigen Anbau mit etwa 80 Quadratmetern Wohnfläche auf der Rückseite des Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung aus den 50er-Jahren. Die LBK argumentierte, dass das Vorhaben das Gesamtbild beeinträchtigen würde und eine „unerwünschte Vorbildwirkung“ habe. „Aber man sieht den Anbau von der Straße aus gar nicht“, betont der 39-Jährige. Und die Nachbarn hätten mittlerweile „alle längst nachgezogen“.

Obwohl sie genügend Grund hätten und die Raumsituation aktuell mehr als beengt ist, darf die Familie nicht anbauen.

Für die inzwischen dritte Bauvoranfrage wurden die Pläne auf einen eingeschossigen Anbau abgespeckt. „Wir wollen nachhaltig in Holzbauweise bauen“, sagt Steger und hofft, dass anstehende Gespräche zwischen ihrem Architekten und der Behörde erfolgreicher verlaufen. Darauf setzt auch Friedrich Bader: „Wir sind froh, dass unser Sohn mit seiner Familie hier wohnt und wir nicht ins Altenheim müssen.“

LBK-Sprecher Ingo Trömer bestätigt auf Hallo-Anfrage, dass eine dritte Voranfrage geprüft werde. Solange das Verfahren noch andauere, könne er keine Details nennen. Der Prüfung vorgreifen will auch BA-Chefin Heike Kainz (CSU) nicht. Sie sagt: „Ich verstehe das Anliegen der Familie. Wir werden uns die Unterlagen ganz genau anschauen.“

Ursula Löschau

Paragraph 35: Das rät der Haus- und Grundeigentümerverein

Rudolf Stürzer, Vorsitzender des Haus- und Grundeigentümervereins München.

Bei Fällen, die nach Paragraph 35 des Baugesetzbuches (Bauen im Außenbereich) behandelt werden, liegt nach den Erfahrungen von Rudolf Stürzer, Vorsitzender des Haus- und Grundeigentümervereins München, stets eine „hochkomplexe und komplizierte rechtliche Thematik“ vor. 

Er rät: „In so einem Fall braucht man einen Fachanwalt für Baurecht.“ Er betont aber auch: „In einer Zeit, in der Wohnraum so dringend gebraucht wird, ist es nicht mehr zeitgemäß, dass man sich als Stadt auf einen so formalistischen Standpunkt stellt.“ 

In der konkreten Situation könnte die Stadt seiner Meinung nach durch eine sogenannte Arrondierungs-Satzung Baurecht schaffen – „sofern der politische Wille da ist, und der sollte da sein, denn man möchte ja, dass gebaut wird.“

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Würm-App: Interaktives Lehrangebot macht Flussabschnitt zum Umwelt-Erlebnispfad
Würm-App: Interaktives Lehrangebot macht Flussabschnitt zum Umwelt-Erlebnispfad
Ehrenamt: Wird Engagement von Jugendlichen künftig durch Bewertungssystem gefördert?
Ehrenamt: Wird Engagement von Jugendlichen künftig durch Bewertungssystem gefördert?
Aubinger Bürger fordern im BA: Grün statt Betonwüste und Raser
Aubinger Bürger fordern im BA: Grün statt Betonwüste und Raser

Kommentare