Dieser Obermenzinger Biologe kämpft gegen das Artensterben

So will er die Welt retten

+
Professor Michael Schrödl kämpft für den Artenschutz.

Obermenzing – Walsterben, Insektensterben, Vogelsterben: Der Obermenzinger Biologe Michael Schrödl (51) will nicht länger nur zusehen – und hat die Rettung der Welt jetzt selbst in die Hand genommen

Michael Schrödl (51) aus Obermenzing sieht keinen Grund, länger zu warten. Noch vor Weihnachten will der Vater von drei Kindern und Leiter der Weichtiersektion der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) versuchen, so bald wie möglich einen Termin bei Bundeskanzlerin Angela Merkel zu bekommen, ebenso im Umwelt-, Landwirtschafts- und Wissenschaftsministerium. Im Gepäck wird er sein neues Buch „Unsere Natur stirbt“ sowie weit über 100 000 Unterschriften gegen das Artensterben haben.

Die Unterzeichner seiner Online-Petition fordern, mehr Geld in die Artenforschung zu investieren. Denn: „Um Arten schützen zu können, brauchen sie Namen, Gesichter und Geschichten. Und wir müssen die Artenvielfalt erforschen, solange es sie noch gibt.“

Dass es dafür bereits allerhöchste Zeit ist, beschreibt der weitgereiste Wissenschaftler in seinem neuen Buch. Der Untertitel: „Warum jährlich bis zu 60 000 Tierarten verschwinden und das verheerende Auswirkungen hat“. Die alarmierendsten Anzeichen für das, was Schrödl die „Biokalypse“ nennt, hat der Meeresbiologe in den tropischen Korallenriffen gesehen. „Das ist das erste große Ökosystem, das menschengemacht komplett verschwinden wird“, warnt er. Konkret: „Um 2030 sind alle großen Korallenriffe tot, wenn sich nicht sofort massiv etwas ändert.“ Die Folge: „Das wird Strände flächendeckend vernichten, löscht vielleicht ein Viertel der Meereslebewesen aus und betrifft auch Millionen von Menschen.“

Als „Artenkiller Nummer eins“ stellt er in seinem Buch die konventionelle Landwirtschaft an den Pranger. Seine These: „Unsere fruchtbaren Böden haben seit der letzten Eiszeit gute 10 000 Jahre gebraucht, um zu entstehen. Doch unsere intensive Landwirtschaft zerstört den Humus hundertmal schneller als er gebildet wurde.“ Sein Appell, umzudenken, richtet sich aber an jeden Einzelnen: „Jeder denkt, es eilt nicht, oder ‚Uns in Europa passiert schon nichts‘. Aber dieser Hitzesommer war nur ein zarter Vorgeschmack auf das, was auf uns zukommt.“ Wie mit Information, Forschung und einem allgemeinen Sinneswandel die Notbremse gezogen werden kann, skizziert der Obermenzinger im Buch. Er will damit keine Angst verbreiten, „aber Klartext sprechen“.

Persönlich geht der Familienvater mit gutem Beispiel voran und hat bereits einige seiner Lebensgewohnheiten umgestellt: „Ich bin Vegetarier geworden, achte auf Produkte aus biologischer Landwirtschaft und nutze Ökostrom und -gas. Außerdem fliege ich möglichst wenig und kompensiere entsprechend“, sagt er und fügt hinzu. „Jeder hat Möglichkeiten und sollte offen dafür sein.“

Ursula Löschau

Bücher zu gewinnen

Wer sich über die Petition für Artenforschung und Artenvielfalt näher informieren möchte, kann das im Internet unter www.change.org/artensterben tun. Das Buch „Unsere Natur stirbt“ (220 Seiten, Verlag Komplett-Media, 18 Euro) gibt es im Handel. 

Verlosung

Außerdem verlost Hallo München wir fünf Exemplare.
Teilnahmeschluss ist am 5. Dezember.

Das Gewinnspiel ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare