Die kritischen Punkte

Viel Diskussionsstoff beim Wohnen-für-alle-Projekt

Die Erschließung des Baugrunds soll in Zukunft über diesen schmalen Kiesweg erfolgen - ein großer Streitpunkt.
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Die Erschließung des Baugrunds soll in Zukunft über diesen schmalen Kiesweg erfolgen - ein großer Streitpunkt.

Allach - Zwischen Zufahrt, Bewohner-Mix, Naturschutzfragen und Kinderbetreuung: Was der BA zu den Wohnen-für-alle-Plänen sagt

Mit mehreren Prüf­aufträgen an die Stadt hat der Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing jetzt zu dem Wohnen-für-alle-Projekt an der Erwin-Schleich- und Franz-Albert-Straße Stellung genommen. „Es soll eine Bebauung hinkommen, die für die Bewohner und für die Menschen in der Umgebung vertretbar ist“, sagt Viertelchefin Heike Kainz. Der aktuellen Planung der Gewofag traut sie das nur bedingt zu. 

„Das Projekt ist an dieser Stelle nicht zu Ende gedacht.“ Einer der Hauptkritikpunkte ist die Zufahrt. „Die Erschließung soll ausschließlich über die Erwin-Schleich-Straße erfolgen. Das ist bisher nur ein maximal acht Meter breiter Kiesweg“, stellt Kainz fest. 

Der BA fordert, dass vor dem eigentlichen Baubeginn eine taugliche Zufahrt gebaut wird, die auch späteren Anforderungen wie Müll-, Feuerwehr- und Lieferfahrzeugen genügt. „Das muss nochmal geprüft werden, auch was die Kosten angeht“, so Kainz. Gleiches gilt für das Thema Parkplätze. „Damit sind wir noch nicht glücklich.“ 

Weiterhin bleiben viele Streitpunkte ungeklärt

In Frage gestellt wird auch das Belegungskonzept. Die Gewofag möchte die 52 Wohnungen in acht Gebäuden je zur Hälfte mit Wohnungslosen und anerkannten Flüchtlingen belegen. Der BA regt nun an, bis zur Hälfte der Sozialwohnungen für Menschen in Mangelberufen wie Krankenschwestern oder Erzieher zu reservieren. Alternativ soll die Stadt prüfen, ob dort eine Kinderbetreuungseinrichtung integriert werden kann. Denn, so ein weiterer kritischer Punkt: „Wir rechnen bei der jetzigen Planung mit mindestens 80 Kindern in der Wohnanlage. Dafür gibt es keine Infrastruktur im Viertel, schon gar nicht für Kinder mit besonderem Förderbedarf“, betont die BA-Vorsitzende und fordert, dass vor dem Bezug der neuen Wohnungen die Kita- und Schulversorgung gesichert sein müsse. 

Heike Kainz wünscht sich eine Bebauung, die für alle Betroffenen in der Umgebung annehmbar ist.

Zudem will das Stadtteil­gremium klären lassen, ob sich auf der Wiese besondere Flora- und Fauna-Bestände entwickelt haben. Damit greift der BA auch einen Wunsch der Anwohner auf. Trotz aller Kritik: Die neuen Pläne der Gewofag kommen beim BA zumindest besser an als der erste Entwurf mit 85 Wohnungen ohne Keller (Hallo berichtete). „Positiv sind die kleineren Gebäude mit Unterkellerung und Gemeinschaftsräumen“, so Kainz. 

Bisher rechnet die Gewofag mit einem Baubeginn Anfang 2019 und Investitionen in Höhe von rund 11,5 Millionen Euro. Die Wohnungen könnten dann bis Ende 2019 fertig werden. Ob und in welchem Umfang die Prüf­aufträge des BA diese Pläne durcheinander bringen, kann Gewofag-Sprecherin Sabine Sommer momentan nicht abschätzen. „Wir warten nun die offiziellen Anfragen und Vorgaben vom BA und der Landeshauptstadt München ab.“ ul

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