Streit und viele Fragen um Erstausbau der Menzinger Straße

Streit um die Menzinger Straße: Siedlerverein lehnt Ausbau ab

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Ober-/Untermenzing: Für Berthold Bissinger und Helmut Schreyer vom Verein Siedlung Neulustheim gibt es keinen Grund, die Menzinger Straße auszubauen.

Die Siedlersprecher Helmut Schreyer und Berthold Bissinger (von links) fürchten, dass ein Ausbau der Menzinger Straße nur Geld verschlingt und unerwünschten Verkehr anzieht.

Soll die Menzinger Straße auf einer Länge von 1,5 Kilometern zwischen der Waldhorn- und der Finsterwalderstraße ausgebaut werden oder nicht? Diese Frage wird von Anwohnern und Lokalpolitikern in zwei Stadtteilen zur Zeit kontrovers diskutiert. Während so manche Bürger Geh- und Radwege und ein ebenes Straßenprofil fordern, lehnt der Verein Siedlung Neulustheim mit 170 Mitgliedern im Viertel zwischen der Menzinger-, der Waldhorn- und der Kunstmannstraße einen aufwändigen Ausbau ab. „Das ist eine absolute Geldverschwendung“, sagt Vorstand Helmut Schreyer (74). 

Auslöser ist ein Antrag der Bürgerversammlung Pasing-Obermenzing von 2016, den Abschnitt auszubauen. Den Bezirksausschüssen Pasing-Obermenzing (21) und Allach-Untermenzing (23) liegen dazu inzwischen einige grundsätzliche Informationen vor. Dazu gehört, dass die Stadt an einigen Stellen Grund erwerben müsste, um genügend Platz zu schaffen. Schützenswerte Bäume auf öffentlichem und privatem Grund müssten fallen und auf die Anlieger kämen laut Baureferat „nach derzeitiger Rechtslage“ Erschließungsbeiträge zu.

Für den BA 23 wirft das aber erstmal weitere Fragen auf, zum Beispiel, wie viel Grund genau gekauft und wie viele Bäume gefällt werden müssten. Darauf ist die Stadt bisher Antworten schuldig. Wie der BA 21 fordert das Gremium außerdem eine frühzeitige Einbeziehung der Anwohner.

Das erwarten auch Helmut Schreyer und Berthold Bissinger (79) vom Siedlerverein. Wobei ihre Position klar ist: „Die Menzinger Straße ist keine Verbindungs-, sondern eine reine Erschließungsstraße. Ein Ausbau würde nur mehr Verkehr anziehen“, sagt Schreyer. Dem Grunderwerb steht er ebenso kritisch gegenüber wie der Forderung nach Erschließungsbeiträgen. Ein Großteil der Grundstücke gehöre dem Freistaat und sei auf Erbpachtbasis vergeben. „Es wäre zu klären, ob der Freistaat Teile unserer Grundstücke verkaufen kann und wer die Erschließungsbeiträge zahlen muss“, sagt Bissinger. „Wir würden allen Anliegern raten, zu prozessieren“, so Schreyer. Vorerst haben die Siedler der Stadt geschrieben und den Erstausbau abgelehnt. „Wir warten jetzt auf eine Antwort“, so der 74-Jährige. ul

Tempo 30 bleibt

Erst seit Mai stehen die Schilder, die die Höchstgeschwindigkeit in der Menzinger Straße von der Waldhorn- bis zur Finsterwalderstraße auf 30 Stundenkilometer beschränken. Und schon hat ein Bürger im Bezirksausschuss (BA) Pasing-Obermenzing die Wiedereinführung von Tempo 50 beantragt. Das Gremium bleibt jedoch bei der 30er-Regelung und bekommt dafür Zustimmung vom Verein Siedlung Neulustheim (siehe auch Artikel oben). „Tempo 30 kommt uns entgegen. Es zeigt auch, dass die Menzinger Straße keine wichtige Verbindungsstraße ist. Wir sind damit zufrieden“, sagt Berthold Bissinger. Ein Sprecher der Polizeiinspektion Moosach erklärt: „In Sachen Geschwindigkeit haben wir dort weder 2016 noch in diesem Jahr bis jetzt Unfälle gehabt.“

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