Ist das das Ende einer Ära?

Steht der Kulturkreis vor dem Aus?

Katharina und Willi Fries zuhause vor einigen Blutenburg-Bildern.
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Katharina und Willi Fries zuhause vor einigen Blutenburg-Bildern.

München-West - Nach 50 Jahren: Die Blutenburger Konzerte für Herbst und Advent wurden abgesagt– Die Zukunft der Reihe steht jetzt in den Sternen

Schlechte Nachrichten für Freunde der Blutenburger Konzerte: Das musikalische Herbst- und Weihnachtsprogramm in Schloss Blutenburg wird es heuer nicht geben. Womöglich sogar nie mehr. Und das nach 50 Jahren erfolgreicher Arbeit. Der Grund: Willi Fries (84), Gründer und Kopf des Kulturkreises Schloss Blutenburg, der die Konzerte seit 1968 veranstaltet, muss aus gesundheitlichen Gründen aufhören.

Dieses Foto entstand 1968 bei einer Sommerserenade in der Blutenburg, mit der die Kulturreihe startete.

„Das Herz macht nicht mehr so mit“, sagt er und erklärt: „Ich habe es nicht geschafft, das Programm rechtzeitig aufzustellen und zu bewerben, deshalb habe ich es jetzt abgeblasen. Das finanzielle Risiko ist einfach zu groß.“ Ob dies das Aus für die Blutenburger Konzerte bedeutet, ist im Moment völlig offen. „Es gibt zwar eine Menge Leute, die mithelfen. Aber eine Führungsposition will so schnell keiner einnehmen“, bedauert Fries. Seine Frau Katharina (71), die seit Jahrzehnten als Organisatorin mitwirkt, ergänzt: „Die anderen im Kulturkreis sind mit uns älter geworden.“

Tatsächlich ist ein harter Kern von etwa zehn Mitgliedern nahezu 50 Jahre lang dabei. „Und alle haben immer ehrenamtlich gearbeitet“, betont Willi Fries. Deshalb – und der meist ausverkauften Vorstellungen wegen – seien die Blutenburger Konzerte auch stets ohne öffentliche Zuschüsse ausgekommen. „Darauf bin ich stolz“, so der Gründer.

Angefangen hat einst alles aus Frust: „Wenn wir etwas erleben wollten, mussten wir in die Stadt fahren. Es gab keine kulturellen Angebote hier im Münchner Westen“, erinnert sich der 84-Jährige. Zudem wollte er die damals fast verfallene Blutenburg ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Sein Plan ging auf. Das Schloss wurde 1980 bis 1983 aufwendig restauriert. Parallel belebten die Blutenburger Konzerte noch andere Orte: die Würminsel in Pasing, Schloss Dachau, die Seebühne im Westpark und den Hubertussaal in Schloss Nymphenburg. In den besten Jahren gab es bis zu 35 Veranstaltungen mit rund 18 000 Besuchern. „Ich wundere mich im Nachhinein selbst, was wir alles gemacht haben“, sagt Fries. ul

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