Servus nach 35 Jahren

Pfarrerwechsel in der Kirche Leiden Christi in Obermenzing

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Pfarrer Ulrich Bach (li.) tritt im Oktober die Nachfolge von Pfarrer Klaus Günter Stahlschmidt (re.) in Leiden Christi an.

Obermenzing: Wechsel: Auf Klaus Günter Stahlschmidt (74) folgt Pfarrer Ulrich Bach (58)

In der Pfarrei Leiden Christi geht dieses Jahr eine Ära zuende: Pfarrer Klaus Günter Stahlschmidt (74) geht nach 35 Jahren als Obermenzinger Stadtpfarrer Ende September in den Ruhestand. Die Nachricht verbreitet sich gerade wie ein Lauffeuer im Viertel. Stahlschmidt selbst sagt gelassen: „So eine Überraschung ist das nun auch wieder nicht. Ich werde im Dezember 75.“ Was allerdings nicht der einzige Grund ist: Mindestens zwei von fünf Mitarbeitern werden in diesem Jahr noch wechseln. „Die Stellen sind ausgeschrieben, aber man weiß nicht, wann und wer kommt“, sagt er. Für ihn der richtige Moment, um Abschied zu nehmen.

Wer seine Aufgaben im Pfarrverband Menzing übernehmen wird, ist dagegen schon bekannt: Pfarrer Ulrich Bach. Der 58-Jährige leitet momentan den Pfarrverband Puchheim und vertritt den Dekan im Dekanat Fürstenfeldbruck. Seit 15 Jahren ist er Pfarrer in St. Josef in Puchheim, davor war er elf Jahre lang in St. Joachim in Obersendling. Als gebürtiger Nymphenburger kennt er den Münchner Westen, und von seiner Tätigkeit als Dekan Pfarrer Stahlschmidt, der von 2003 bis 2012 erst das Dekanat Menzing und dann das neue Dekanat Nymphenburg geleitet hat.

Bach freut sich auf eine lebendige Gemeinde mit vielen Gruppen und rund 500 Ehrenamtlichen. „Wenn sich Leute engagieren, lasse ich sie gerne machen und schätze das auch sehr“, sagt er. Und Stahlschmidt ist zufrieden mit der Wahl seines Nachfolgers: „Er ist einer, der positiv hier hin passt und die Pfarrei so weiterführt, wie sie sich entwickelt hat.“ In wichtigen Punkten sind sich beide einig, wie sie bei ersten Treffen bereits festgestellt haben. Dazu gehören die Ökumene, Fragen der Predigt durch Laien im Gottesdienst und „Offenheit gegenüber Menschen in Grenzsituationen“, wie der scheidende Pfarrer sagt.

Besonders diese Offenheit hat der Pfarrer von Leiden Christi in außergewöhnlichem Maß praktiziert. „In 33 Jahren haben etwa 150 Obdachlose hier Unterschlupf gefunden. Dazu kamen rund 150 Mütter mit ihren Kindern, die wir im Pfarrhof aufgenommen und dann in Wohnungen vermittelt haben“, erzählt er. Die Frauen waren überwiegend geduldete Flüchtlinge. „Die Gemeinde hat das alles mitgemacht. Und das hat sie auch geprägt“, sagt der 74-Jährige. Die Unterbringungen ließ er in den vergangenen beiden Jahren jedoch langsam auslaufen. „Man kann Dinge, die stark auf eine Person gemünzt sind, nicht einfach dem Nachfolger aufbürden.“ Pfarrer Bach hört interessiert zu und sagt dann: „Welche Akzente ich setzen werde, wird sich zeigen. Das hängt auch ein bisschen von der Zahl der Mitarbeiter ab.“
ul

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