Münchens Sportler greifen an - mit Viertelübersicht

Neubau-Offensive in Allach: Kunstrasen und Handballer sind am Limit

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Simon Muschiol mit der Schützenscheibe, die an die bevorstehende Einweihung erinnern soll. Die neue Halle bietet modernste Technik wie eine elektronische Treffererfassung mit Licht.

In der Stadt gibt es zu wenige Turnhallen und Freiflächen für den Vereinssport. Doch das soll sich ändern: Was in Allach geplant ist

Die Feuerschützengesellschaft „Der Bund“ an der Servetstraße 1 in Allach hat Grund zum Feiern: Am 16. Juni weiht der Verein seine neue Schießhalle im Kreis geladener Gäste ein – eine Investition in die Zukunft mit Gesamtkosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Davon hat der Verein nach Auskunft des sportlichen Leiters Simon Muschiol (35) etwa die Hälfte zu stemmen.

Die vorige Anlage war über sechs Jahrzehnte stückweise gewachsen. „Sie war nicht mehr erhaltenswert, zu klein und sehr zersplittert. Das hat die Aufsichtssituation erschwert“, erklärt Muschiol. „Außerdem haben wir viele Schützen, die einen sehr sportlichen Ansatz verfolgen. Denen wollen wir optimale Trainingsbedingungen bieten.“ Immerhin ist „Der Bund“ auf den vier wichtigsten Wettkampfebenen mit je einer Mannschaft vertreten (erste und zweite Bundesliga, Bayern- und Münchenliga). 2016 holte die Bund-Schützin Barbara Engleder olympisches Gold nach Allach.

Die neue „Prinz-Alfons-Halle“ bietet Platz für 20 Sportler, die dort Luftpistole, Luftgewehr oder Armbrust schießen können. Neben dem Training für die aktuell rund 480 Mitglieder im Alter zwischen neun und 90 Jahren finden dort auch regelmäßig Wettkämpfe und Meisterschaften mit Teilnehmern aus ganz Bayern statt. „Allach-Untermenzing hat jetzt eine der modernsten und vielseitigsten Schießanlagen für Sportschützen“, schwärmt der sportliche Leiter. Das hat sich auch schon herumgesprochen. „Wir haben gerade einen stetigen Zuwachs an Mitgliedern – an die 60 in einem Jahr“, freut sich Muschiol. ul

Handballer am Limit: Halle gefordert

Die Allacher Handballer kämpfen für eine neue Halle.

Innerhalb von drei Jahren ist die Zahl der Mitglieder beim TSV Allach 09 Turnen und Handball von 1900 auf 2230 gestiegen (etwa ein Drittel Handball, zwei Drittel Turnen). Sprecherin Annett Hübner (kl. Foto) wundert sich angesichts des wachsenden Stadtbezirks nicht über steigende Mitgliederzahlen. Noch werde jeder aufgenommen, „weil uns der Sport am Herzen liegt“, sagt sie. Der Verein sei jedoch „am absoluten Limit.“ Und wenn das Wachstum so weitergehe, „dann ist es nicht möglich, auf dieser Basis den Betrieb aufrecht zu erhalten“.

Vor allem fehle es an Hallenkapazitäten. Die Halle an der Eversbuschstraße wird meist von mehreren Trainingsgruppen gleichzeitig genutzt. Zudem mietet sich der Verein in Hallen bis nach Neuhausen ein. „Der TSV Allach ist im Bereich Handball der führende Verein Münchens bezogen auf die Breite und Leistungsstärke im Jugendbereich. Es ist gleichzeitig aber der Verein, der über die schlechtesten Trainingsbedingungen verfügt“, sagt Hübner.

Die Lösung wäre eine weitere Sporthalle im Viertel, über die zwar schon lange gesprochen wird (Hallo berichtete), Fakten lassen aber auf sich warten.ul

Kunstrasen für Allacher Fußballer

Endlich: Am 10. Juli starten die Bauarbeiten beim TSV Allach 09 Fußball an der Enterstraße (Foto). Bis Ende September soll einer der drei Rasen in einen Kunstrasenplatz umgewandelt sein. „Wir sind überzeugt, dass wir damit und durch die neue Siedlung in Karlsfeld wieder mehr Zuwachs bekommen“, sagt der Vorsitzende Max Ostermann. In den vergangenen Jahren ist die Mitgliederzahl nämlich stetig gesunken und liegt jetzt bei knapp über 400. Die Folge: „Heuer fehlen erstmals eine A- und eine C-Jugend-Mannschaft.“ Deshalb haben sich die Allacher Fußballer entschlossen, ihre vereinseigene Anlage durch einen Kunstrasen für rund 525 000 Euro attraktiver zu machen. Rund 200 000 Euro Eigenmittel müssen dafür aufgebracht werden. „Die mussten wir über Jahre erst mal ansparen“, so Ostermann.

Die Referentin für Bildung und Sport, Beatrix Zurek hat mit Hallo über die geplanten Projekte gesprochen.

So viel Platz hat der Sport in der Stadt: Die große Übersicht

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