„Der BA wird zwar angehört, hat aber im Grunde nichts zu sagen.“

Namens-Frust in Obermenzing

Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds errichtet 192 von 340 Wohneinheiten.
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Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds errichtet 192 von 340 Wohneinheiten.

Obermenzing – Die neue Straße im Neubaugebiet an der Lipperheidestraße erinnert an Schwabingerin – Das Problem: Der Bezirksausschuss hätte gerne einen Namenspaten mit Stadtteilbezug ausgewählt

Das Neubaugebiet an der Lipperheidestraße nimmt Formen an und die Bau­straße, die das Quartier mit rund 340 Wohnungen, einer Kindertageseinrichtung und Grünflächen später erschließen soll, hat sogar schon einen Namen: Nanette-Bald-Straße soll sie heißen und damit die Riege der Münchner Künstler ergänzen, die im dort bestehenden Viertel bereits namensgebend sind.

Das hat der Kommunalausschuss des Stadtrats jetzt beschlossen und damit den Bezirks­ausschuss (BA) Pasing-Obermenzing erneut vor den Kopf gestoßen. Der hätte nämlich gerne einen Namenspaten mit Stadtteilbezug gehabt. Doch die Lyrikerin und Journalistin Nanette Bald (1920 bis 1996) war Schwabingerin.

Aufgewachsen in Berlin, kam sie einst zum Regie- und Dramaturgiestudium nach München. In der hiesigen Künstlerszene wurden sie und ihr Mann in den 60er-Jahren vor allem als Leiter der Kleinkunstbühne „Schwabinger Katakombe“ bekannt.

Bei der jüngsten Anhörung lehnte der BA den Vorschlag ab. Dabei war Maria Osterhuber-Völkl (CSU), der Vorsitzenden des Unterausschusses Kultur, von vornherein klar: „Der BA wird zwar angehört, hat aber im Grunde nichts zu sagen.“ Diese Erfahrung hatte das Gremium bei der Diskussion um Straßennamen kürzlich schon gemacht, als es um die neuen Verkehrswege im Baugebiet Paul-Gerhardt-Allee (Hallo berichtete) ging. „Wir haben über alle Fraktionsgrenzen hinweg schon zu den Straßenbenennungen dort eine Vorschlagsliste erarbeitet. Da wurde eigentlich nur einer, Franz Langinger, berücksichtigt“, ärgert sie sich und gesteht: „Der Frust sitzt tief.“

Östlich der Lipperheidestraße entsteht auf einer rund sechs Hektar großen Fläche ein neues Wohnquartier. Es handelt sich ausschließlich um Mietwohnungen, darunter auch öffentlich geförderte Wohnungen, mit Schwerpunkt auf familiengerechtem und barrierefreiem Wohnraum. Wohnungen, Kindertageseinrichtung, Spiel- und Grünflächen sollen voraussichtlich bis Mitte 2020 fertig sein.

Ursula Löschau

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