Anwohner der Theodor-Kitt-Straße protestieren gegen GWG-Projekt

„Störfaktor“ Sozialwohnungen (!?)

Die GWG plant in Untermenzing fünf dreigeschossige Einzelhäuser mit insgesamt 36 Wohnungen.
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Die GWG plant in Untermenzing fünf dreigeschossige Einzelhäuser mit insgesamt 36 Wohnungen.

Untermenzing – Die Stadt wächst, Wohnraum ist knapp – Deswegen sind im Viertel neue Sozialwohnungen der GWG geplant – zum Ärger von Anwohnern und Bezirksausschuss

Wieder Ärger um geförderten Wohnungsbau in Allach-Untermenzing: 36 von der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG geplante Sozialwohnungen sorgen aktuell für Aufruhr an der Theodor-Kitt-Straße 22. 

Das Projekt stünde „im krassen Gegensatz zur kleinteiligen Bebauung des Umfeldes“ und stelle damit „einen enormen Störfaktor für das über die Jahre gewachsene harmonische Miteinander der Anwohner“ dar, heißt es in einem Brief an Hallo und den Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing. Gezeichnet: „Die besorgten Anwohner des Neubauprojekts“. Eine andere Anwohnerin sprach in der Sitzung von einem „Fiasko“.

Die Pläne: Auf dem Grundstück sollen fünf dreigeschossige Häuser mit zusammen 36 geförderten Wohnungen entstehen. In einer Tiefgarage sind 18 Stellplätze geplant – laut GWG-Geschäftsführerin Gerda Peter ein üblicher und ausreichender Schlüssel bei sozialen Wohnprojekten. Dazu kommen 80 Radlparkplätze. 

Erschlossen werden soll die Wohnanlage über die Theodor-Kitt-Straße. Der Bauantrag wurde im November gestellt. Peter hofft, dass im Juni mit dem Bau begonnen werden kann. „Die Fertigstellung ist für November 2020 vorgesehen“, sagt Unternehmenssprecher Michael Schmitt.

Heike Kainz (CSU), Vorsitzende des Bezirksausschusses Allach-Untermenzing.

Den Nachbarn gefällt daran vieles nicht: die Größe des Projekts mit 36 Wohnungen, „die zu erwartende weitere Beeinträchtigung der jetzt schon kritischen Parkplatzsituation“ und die Verkehrszunahme insgesamt in einer Straße, die unweit des Schulzentrums Pfarrer-Grimm-Straße für „hunderte Schüler“ als Schulweg diene. Sie fordern deshalb, auf zwei von fünf Gebäuden im südlichen Teil zu verzichten, mehr Parkplätze zu schaffen und die verbleibende Häuserzeile zugunsten größerer Gartenflächen nach Süden zu verschieben.

Diese und weitere Bedenken haben Anwohner auch in der jüngsten BA-Sitzung im Rahmen der Projektvorstellung geäußert und stießen bei den Viertelpolitikern damit zum Teil auf offene Ohren: „Der BA will mehr oberirdische Parkplätze für Radl und wir finden auch, dass ein Stellplatz-Schlüssel für Autos von 0,5 nicht ausreicht, jedenfalls nicht bei der schlechten ÖPNV-Anbindung, die wir hier am Stadtrand haben“, fasst Viertel-Chefin Heike Kainz (CSU) zusammen. Gleichzeitig wiederholte sie die Forderung nach einer Expressbus-Linie. 

Tendenziell steht der BA dem Projekt jedoch offen gegenüber: „Die Größe passt. Es gibt keinen Grund, ausdrücklich Einwände zu erheben. Vorausgesetzt, dass das Stellplatzproblem gelöst wird.“

Ursula Löschau

Klage gegen Wohnprojekt

Gegen die Genehmigung für das Wohnen-für-Alle-Projekt an der Erwin-Schleich-Straße wurde Klage eingereicht. Diese hat laut Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferats, aber keine aufschiebende Wirkung. 

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