Hockey als Zugpferd: Der Erfolg hat auch seine Schattenseiten

Sie spielen Hockey – und sind reif für die zweite Bundesliga

Als Süddeutsche Hallenmeister steigen die Obermenzinger Hockey-Herren in die Bundesliga auf
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Als Süddeutsche Hallenmeister steigen die Obermenzinger Hockey-Herren in die Bundesliga auf

München-West – Sie sind auf der Überholspur: Das Herren-Team des TuS Obermenzing hat den Aufstieg in die zweite Bundesliga komplett gemacht – doch das ist nicht nur ein Grund zum Feiern...

Freude beim Turn- und Sportclub (TuS) Obermenzing: Die erste Herrenmannschaft steigt im Hallenhockey in die zweite Bundesliga auf. Nach den Obermenzinger Damen, die im Feldhockey bereits seit 2016 in der zweiten Bundesliga spielen, hat der TuS damit seine Position als Bundesligaverein ausgebaut und beschert Hockey in München weitere Bekanntheit.

Für den Obermenzinger Verein mit Sitz in der Bezirkssportanlage an der Meyerbeerstraße 115, der zudem Turnen und Volleyball anbietet, hat sich dieser Sport in den vergangenen Jahren zum Zug­pferd entwickelt. Rund 500 der insgesamt 900 TuS-Mitglieder sind Hockeyspieler, davon etwa 400 Kinder und Jugendliche. „Allein in den letzten vier Jahren sind etwa 100 Kinder dazugekommen“, sagt Michael Rößner, Trainer der ersten Herrenmannschaft. 

Im U16- und U18-Bereich entsendet der Verein aktuell drei Nachwuchsspieler in den Kader der Jugendnationalmannschaft. Und zu den jüngsten Heimspielen der Aufsteiger kamen im Schnitt 350 Zuschauer in die neue Turnhalle an der Grandlstraße, in der die Obermenzinger jetzt eine eigene Heimspielstätte gefunden haben. Rößner: „Das ist schon ein großer Vorteil. Man kennt den Boden dort besser und hat in der eigenen Halle ein ganz anderes Gefühl.“

Allerdings ist das Problem fehlender Hallenkapazitäten im Münchner Westen damit nicht gelöst. Im Gegenteil: Es wird mit dem Aufstieg noch größer: „In der Regionalliga hatten wir zweimal wöchentlich Training, jetzt sollten wir dreimal pro Woche trainieren, um konkurrenzfähig zu sein“, sagt Rößner. Dabei sei es für die 30 Hockeyteams des TuS in allen Altersklassen jetzt schon schwierig, genügend Trainingszeiten zu bekommen. So kommen die Damen- und Herren-Teams meist erst sehr spät an die Reihe und beenden ihr Training in der Regel nicht vor 23 Uhr. Ein Aufnahmestopp ist laut Rößner aber nicht geplant, „höchstens mal in einzelnen Jahrgängen“.

Einen Hockey-Boom spüren übrigens auch andere Vereine, darunter der ESV München in Nymphenburg. Mehr dazu im Kasten unten links.

Ursula Löschau

ESV braucht zweiten Kunstrasenplatz

Mit 650 Mitgliedern in 45 Mannschaften – also zwei bis drei Teams pro Altersklasse – ist die Hockey-Abteilung des ESV München an der Margarethe-Danzi-Straße 21 eine wichtige Säule des Vereins. Das Problem: Ein zweiter Kunstrasenplatz fehlt. „Bei rund 460 Kindern und Jugendlichen reicht ein Platz nicht aus“, so ESV-Sprecherin Astrid Förster. Erfolgreich ist die Jugend dennoch: Die U16-Damen wurden jetzt Süddeutscher Hallenmeister und spielen am 23./24. Februar in Krefeld im Turnier um den Deutschen Meistertitel mit.

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